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ChatGPT als Adresse bei psychischen Problemen: Deutschlands erste Sprechstunde bietet Beratung
Ob Liebeskummer, Stress oder depressive Gedanken: KI-Chatbots wie ChatGPT sind rund um die Uhr erreichbar und haben auf fast jede Frage eine Antwort. Das kann entlastend sein. Doch die Programme können auch falsche Ratschläge geben oder problematische Gedanken bestätigen. Manche Menschen suchen nach dem digitalen Chat keine professionelle Hilfe mehr, obwohl sie diese benötigen.
Beratung für Menschen, die KI-Chatbots nutzen
Deshalb richtet sich die neue Sprechstunde „KI & Psychische Gesundheit“ am LMU Klinikum München an Erwachsene, die KI-Chatbots im Zusammenhang mit ihrer psychischen Gesundheit nutzen. Angeboten wird sie von Dr. Johannes Wolf, der auch am Deutschen Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) forscht, und der Psychotherapeutin Dr. Sabrina Boger.
Wer unsicher ist, ob die Gespräche mit einem Chatbot guttun, kann sich hier beraten lassen. Auch wer Empfehlungen eines Chatbots überprüfen lassen möchte oder merkt, dass die Nutzung immer mehr Zeit und Raum einnimmt, ist hier richtig.
In einem ausführlichen Gespräch schauen speziell geschulte Ärzt:innen und Psycholog:innen gemeinsam mit den Ratsuchenden auf deren KI-Nutzung. Sie besprechen mögliche Risiken, ordnen Empfehlungen des Chatbots ein und vermitteln bei Bedarf weitere Unterstützung.
Eine psychische Erkrankung muss dafür nicht diagnostiziert sein. In der Regel reicht ein Termin. Die Beratung ist keine Psychotherapie und ersetzt keine notwendige Behandlung. Für akute psychische Krisen ist die Sprechstunde nicht vorgesehen.
Forschung soll mehr Klarheit schaffen
Die Sprechstunde soll auch helfen, mehr über die Auswirkungen von KI-Chatbots auf die psychische Gesundheit herauszufinden. Wer möchte, kann deshalb freiwillig an einer wissenschaftlichen Untersuchung teilnehmen. Dabei werden unter anderem die Nutzung von KI-Chatbots und das psychische Befinden erfasst. Nach drei Monaten erfolgt eine erneute Befragung. Teilnehmende können außerdem freiwillig eigene Chatverläufe für die Forschung zur Verfügung stellen.
Die Forschenden möchten so besser verstehen, welche Formen der KI-Nutzung mit positiven oder negativen Entwicklungen der psychischen Gesundheit zusammenhängen. Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig und hat keinen Einfluss auf die Beratung.
So können Sie die Sprechstunde nutzen
Die Sprechstunde findet am LMU Klinikum München statt. Eine Überweisung ist nicht notwendig. Termine werden nach vorheriger Anmeldung vergeben.
KI-Chatbots können Informationen liefern, sind aber kein Ersatz für eine Psychotherapie. Welche Chancen und Risiken die Forschung bisher kennt und wo die Grenzen solcher Programme liegen, erfahren Sie in unserem Beitrag über KI-Chatbots im Schwerpunktthema “Social Media und Psychische Gesundheit”.