Essstörungen verstehen
Essstörungen sind schwere psychische Erkrankungen und keine Frage von Disziplin oder Lifestyle. Sie betreffen Menschen jeden Alters und Geschlechts, beginnen aber häufig in der Jugend. Zu den bekanntesten Formen gehören Magersucht (Anorexie), Bulimie und die Binge-Eating-Störung, es gibt aber auch Varianten mit gemischten Symptomen. Essstörungen sind dynamische Erkrankungen mit fließenden Übergängen. Viele Betroffene wechseln im Verlauf zwischen verschiedenen Essstörungsdiagnosen.
Bei allen Essstörungen beeinträchtigen das Essverhalten und die damit verbundenen Gefühle und Gedanken den Alltag und die Gesundheit. Betroffene merken das nicht immer selbst, oft erkennen Angehörige die Erkrankung schneller. Auch nach einer Diagnose sind Betroffene oft unsicher, ob sie wirklich eine Behandlung wahrnehmen sollten und möchten und wann sie wieder beendet werden kann.
Essstörungen betreffen nicht nur die Psyche, sondern den ganzen Körper – etwa Herz, Hormone, Knochen oder Stoffwechsel.
Bei Magersucht kommt es infolge eingeschränkter Nahrungsaufnahme zu starkem Untergewicht. Manchmal werden auch noch weitere Maßnahmen zur Gewichtskontrolle ergriffen, zum Beispiel durch Erbrechen oder intensive körperliche Aktivitäten. Die Betroffenen haben große Angst zuzunehmen und schätzen ihren Körper oft verzerrt ein. Trotz Untergewicht fühlen sie sich häufig „zu dick“.
Bei Bulimie kommt es zu wiederholten Essanfällen. Dabei essen die Betroffenen große Mengen von Nahrungsmitteln und erleben einen Kontrollverlust, können also das Essen nicht unterbrechen und nicht kontrollieren, was und wie viel sie essen. Danach versuchen Betroffene, die Kalorien wieder loszuwerden – zum Beispiel durch Erbrechen, Fasten oder exzessiven Sport.
Regelmäßige Essanfälle treten auch bei der Binge-Eating-Störung (BES) auf. Betroffene nehmen dabei innerhalb kurzer Zeit ungewöhnlich große Mengen an Nahrung zu sich und verlieren die Kontrolle über ihr Essverhalten. Die Essanfälle treten mindestens einmal pro Woche über mindestens drei Monate auf und sind häufig mit Scham, Schuldgefühlen oder starkem Leidensdruck verbunden. Schnelles Essen, Essen ohne Hunger, unangenehmes Völlegefühl oder negative Gefühle sind weitere typische Anzeichen für eine BES.
Häufig treten Symptome dieser Essstörungen in einer solchen Form auf, dass sie in keine dieser Kategorien passen. Dann spricht man von "atypischer Anorexie", "atypischer Bulimie", einer "anderweitig nicht spezifizierten Essstörung" oder auch von einer vermeidend-restriktiven Ernährungsstörung.
Allen Essstörungen ist gemein, dass Betroffene häufig viel Wert auf ihr Aussehen legen und ihnen viel daran liegt, Kontrolle über das Essen zu haben, was je nach Erkrankung mehr oder weniger gelingt. Die Gedanken kreisen im Alltag häufig und anhaltend um die Themen Essen, Aussehen und Gewicht und der gesamte Tagesablauf wird dadurch bestimmt. Aufgrund von Scham- und Schuldgefühlen findet viel im Verborgenen statt und es kommt zu sozialem Rückzug und Gefühlen von Isolation und Einsamkeit.
Essstörungen entstehen durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren: genetische Veranlagung, psychische Belastungen, instabiles Selbstwertgefühl, gesellschaftlicher Druck und belastende Erfahrungen können eine Rolle spielen. Häufig treten auch Depressionen, Angst- oder Zwangsstörungen gleichzeitig auf.
Essstörungen sind behandelbar. Je früher Hilfe erfolgt, desto besser sind die Chancen auf Genesung. In der Behandlung erhalten Betroffene Unterstützung dabei, ein gesundes Essverhalten in ihrem Alltag zu etablieren und mit den für sie relevanten auslösenden Bedingungen besser umzugehen. Psychotherapie, Unterstützung durch Angehörige und individuelle Lösungen spielen dabei eine zentrale Rolle.
Die bekanntesten Formen
Forschungs-Highlight
DZPG-Forschende untersuchen erstmals, wie sich Essstörungen bei verschiedenen Geschlechtern und geschlechtlichen Identitäten unterscheiden, um bisher übersehene Risikofaktoren und Symptome jenseits der bislang auf Frauen konzentrierten Forschung aufzudecken.
Hier gibt es Informationen zu Risikofaktoren, Symptomen, Häufigkeit und Verteilung bei:
Magersucht (Anorexia nervosa)
Wie häufig ist Magersucht?
Magersucht (Anorexia nervosa, AN) kommt weltweit bei unter ein Prozent der Bevölkerung vor und betrifft nicht nur Mädchen und junge Frauen, wenngleich diese Gruppe besonders häufig diagnostiziert wird. Auch Jungen, Männer, Erwachsene können betroffen sein.
Häufig beginnt eine Magersucht in der Pubertät oder im jungen Erwachsenenalter. In den vergangenen Jahrzehnten wurde besonders bei Jugendlichen ein deutlicher Anstieg beobachtet.
Typische Symptome
Typische Kennzeichen für eine Magersucht sind:
- extremes Einschränken der Nahrungsaufnahme
- starkes Untergewicht
- extreme Angst vor Gewichtszunahme
- gestörtes Körperbild oder überwertiges Ziel eines niedrigen Körpergewichts
- häufig übermäßiger Sport oder andere Maßnahmen für die Gewichtsregulation, z.B. Erbrechen
Zusätzlich leiden viele Betroffene unter mangelnder Flexibilität, sozialem Rückzug und einer starken emotionalen Belastung.
Der Schweregrad wird zunächst anhand des Körpergewichts eingeschätzt. Entscheidend ist aber auch, wie stark die Beschwerden sind und wie sehr sie den Alltag und die Gesundheit beeinträchtigen.
Ursachen, Risikofaktoren und Krankheitsentstehung
Erbliche Faktoren
Die Entstehung einer Magersucht ist vielschichtig. Erbliche, also genetische, Faktoren spielen eine bedeutende Rolle. Schätzungen gehen von einem erblichen Anteil zwischen 28 und 74 Prozent aus.
Neurobiologische und persönliche Faktoren
Im Gehirn von Personen mit einer Magersucht zeigen sich charakteristische Veränderungen in der Funktionsweise von Bereichen, die automatisch auf Reize reagieren (z. B. Regionen für Körperwahrnehmung, Angst und Belohnung), sowie in Bereichen, die bewusstes Denken und Selbstkontrolle steuern. Allerdings wurden die meisten neurobiologischen Studien mit erkrankten oder bereits genesenen Patienten durchgeführt. Deshalb könnten die beobachteten Veränderungen im Gehirn auch Folgen der Ernährungsänderungen sein.
Kinder, die von Natur aus eher ängstlich, zwanghaft oder perfektionistisch sind, haben ein höheres Risiko, später eine Essstörung zu entwickeln. Man geht davon aus, dass eingeschränktes Essen für manche Betroffene eine Art Strategie ist, um unangenehme Gefühle zu dämpfen. Diese Gefühle können entstehen, wenn die Botenstoffe Serotonin und Dopamin im Gehirn nicht im Gleichgewicht sind. Die Magersucht gibt vielen Betroffenen ein Kontrollgefühl, mit dem sie ihre individuellen Lebensthemen gefühlt besser bewältigen können.
Als weitere Risikofaktoren gelten Persönlichkeitsmerkmale wie Perfektionismus und Ängstlichkeit sowie belastende Ereignisse in der Kindheit. Außerdem ist die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper ein Risikofaktor für die Entwicklung einer Magersucht.
Entwicklungsbezogene Faktoren
Bestimmte Belastungen rund um die Geburt – etwa Frühgeburt, Unreife oder frühe Schlaf- und Fütterprobleme – können das Risiko erhöhen, später eine Magersucht zu entwickeln. Später in der Kindheit können sich bestimmte Persönlichkeitsmerkmale zeigen, die das Risiko für Magersucht erhöhen.
Die Pubertät und das Jugendalter sind besonders sensible Lebensphasen, in denen Magersucht häufig zum ersten Mal ausbricht. Möglicherweise hängt es mit den hormonellen Veränderungen dieser Zeit zusammen, die das Gleichgewicht bestimmter Botenstoffe im Gehirn (Neurotransmitter) durcheinanderbringen können. Dazu kommt, dass sich das Gehirn in dieser Phase noch weiterentwickelt, wobei vermutlich auch die genetische Veranlagung eine Rolle spielt. Pubertät und Jugendalter sind außerdem oft von sozialen Unsicherheiten und dem Druck geprägt, den eigenen Lebensweg festzulegen. Viele junge Menschen sind in diesem Alter großen inneren Veränderungen und Veränderungen im persönlichen Umfeld ausgesetzt und haben Schwierigkeiten, ihren eigenen Platz zu finden.
Umwelteinflüsse
Neben persönlichen Merkmalen können auch äußere, gesellschaftliche Einflüsse das Risiko für Magersucht erhöhen. Dazu zählt etwa die Art und Weise, wie Mädchen und Frauen in unserer Gesellschaft aufwachsen und welche Erwartungen dabei an sie gestellt werden. Ebenso kann die Übernahme eines westlichen Lebensstils mit seinen typischen Schönheitsidealen und Ernährungsgewohnheiten dazu beitragen, dass Magersucht häufiger auftritt. Studien zeigen zudem, dass die Nutzung sozialer Medien das Körperbild und Essverhalten negativ beeinflussen kann. Dazu tragen insbesondere idealisierte Körperdarstellungen, Fitness-Trends und inszenierte Lebensstile bei.
Obwohl oft über Schlankheitsideale und gesellschaftlichen Druck gesprochen wird, konnten diese Einflüsse für Magersucht nicht eindeutig als Risikofaktoren bestätigt werden. Möglicherweise führen westliche Schönheitsideale lediglich dazu, dass mehr Menschen streng Diät halten oder übermäßig Sport treiben, was bei Menschen mit einer genetischen Veranlagung eine Magersucht auslösen kann.
Körperliche und psychische Folgen
Körperliche und psychische Folgen
Magersucht kann zu verschiedenen psychischen und körperlichen Folgeerkrankungen führen. Bei den psychischen Begleiterkrankungen lässt sich allerdings nicht unterscheiden, ob sie oder die Magersucht zuerst aufgetreten sind.
Das Risiko für die Entwicklung von Folgeerkrankungen ist umso höher, je stärker ausgeprägt und länger anhaltend die Magersucht ist. Im Folgenden sind die verschiedenen möglichen Folgeerkrankungen tabellarisch dargestellt.
Psychische Begleiterkrankungen
- Depressionen: Rund 75 Prozent der an Magersucht Erkrankten erleben im Laufe ihres Lebens eine depressive Phase, oft haben sie sogar eine schwere Depression.
- Angststörungen: Zwischen 25 und 75 Prozent haben mindestens eine Angststörung. Meistens beginnt sie schon in der Kindheit und tritt vor der Magersucht auf.
- Zwangsstörungen: Etwa 15 bis 29 Prozent erfüllen die Kriterien einer Zwangsstörung. Bis zu 79 Prozent berichten von Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen im Laufe ihres Lebens.
- Autismus-Spektrum-Merkmale kommen bei Personen mit Magersucht häufiger vor als in der Allgemeinbevölkerung.
- Es besteht ein erhöhtes Risiko für Alkohol- und Drogenprobleme. Alkoholmissbrauch oder -abhängigkeit kommt bei 9 bis 25 Prozent der an Magersucht Erkrankten vor.
Körperliche Folgen und Komplikationen
- Anorexie kann fast jedes Organsystem betreffen. Die Schäden entstehen durch Unterernährung, Hormonveränderungen und organische Anpassungsprozesse.
Zentralnervensystem
- Veränderungen in Struktur und Funktion des Gehirns
- Volumenverlust in grauer und weißer Substanz
- Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
Herz-Kreislauf-System
- Niedriger Blutdruck (Hypotonie)
- Sehr langsamer Puls (Bradykardie)
- Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien)
Knochen & Hormone
- Osteopenie (Knochenschwäche) bei über 54 Prozent
- Osteoporose bei bis zu 21 Prozent
- Hormonstörungen, z. B. ausbleibende Menstruation
Immunsystem
- Schwächere Immunabwehr
- Höhere Anfälligkeit für Infektionen
Nieren & Verdauung
- Nierenfunktionsstörungen
- Magen-Darm-Probleme wie Verstopfung, Schmerzen oder verzögerte Magenentleerung
Autoimmunerkrankungen
- Insgesamt besteht ein erhöhtes Risiko für Autoimmunerkrankungen, bspw. Diabetes Typ 1.
Anorexie kann nahezu jedes Organsystem schädigen:
- Herz-Kreislauf-Probleme
- Hormonstörungen
- Osteoporose
- Konzentrationsprobleme
Verlauf und Prognose
Verlauf und Prognose
Ein Großteil der von Magersucht Betroffenen kann in der Therapie eine Genesung oder deutliche Besserung der Beschwerden erreichen. Allerdings ist der Weg aus der Magersucht manchmal lang und nicht geradlinig – Rückschläge und wiederholte Klinikaufenthalte können Teil dieses Weges sein, ohne dass das ein Scheitern bedeutet. Eine grundsätzliche Ambivalenz gegenüber der Behandlung tritt häufig auf.
Bis zur vollständigen Genesung vergehen im Schnitt fünf bis sechs Jahre. Etwa 60 Prozent der Betroffenen erreichen wieder ein normales Gewicht, und knapp die Hälfte (47 Prozent) normalisiert auch ihr Essverhalten dauerhaft. Besonders wichtig ist eine frühe Behandlung, da die Heilungschancen deutlich besser sind, wenn die Erkrankung in den ersten drei Jahren behandelt wird.
Gleichzeitig ist es wichtig, die Ernsthaftigkeit der Erkrankung nicht zu unterschätzen: Magersucht hat eine der höchsten Sterblichkeitsraten unter allen psychischen Erkrankungen, und ein Fünftel der Todesfälle sind Suizide. Das unterstreicht, wie bedeutsam eine frühzeitige Behandlung ist – denn je früher Unterstützung gesucht wird, desto besser stehen die Heilungschancen.
Zum Glück gibt es wirksame Behandlungsansätze. Insbesondere verschiedene Formen der Psychotherapie haben sich als hilfreich gezeigt. Für Jugendliche hat sich die familienbasierte Therapie besonders bewährt. Erwachsene profitieren von verschiedenen Formen der Psychotherapie – darunter kognitive Verhaltenstherapie und psychodynamische Therapie –, sodass gemeinsam mit Fachleuten der passende Ansatz gefunden werden kann. Medikamente wie Antidepressiva spielen bei der Magersucht selbst meist eine untergeordnete Rolle, werden aber manchmal aufgrund von anderen Erkrankungen eingesetzt. Bei starkem Untergewicht sollte ein stationärer Aufenthalt im Rahmen eines längerfristig konzipierten Behandlungsplans in Zusammenarbeit mit ambulanten Therapeut:innen erwogen werden.
Bulimie (Bulimia nervosa)
Wie häufig ist Bulimie?
Insgesamt leiden weltweit ca. 1 Prozent der Bevölkerung unter einer Bulimie (Bulimia nervosa, BN). Typisch sind Essanfälle mit anschließendem „Gegensteuern“, etwa durch selbst herbeigeführtes Erbrechen, Fasten oder exzessiven Sport.
Die Erkrankung beginnt meist in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.
Typische Symptome
Typisch sind:
- regelmäßige Essanfälle
- Kontrollverlust beim Essen
- anschließend gegensteuernde Maßnahmen wie selbst herbei geführtes Erbrechen, Fasten, exzessiver Sport oder auch der gegensteuernde Missbrauch von Abführ- und Entwässerungsmitteln oder anderer Medikamente
- starke Beschäftigung mit Figur und Gewicht
Das Körpergewicht liegt oft im Normalbereich, weshalb die Erkrankung lange unbemerkt bleiben kann.
Ursachen, Risikofaktoren und Krankheitsentstehung
Bei allen Formen der Essstörung wirken biologische, psychische und soziale Risikofaktoren zusammen. So gibt es auch für Bulimie nicht die eine Ursache. Meist entsteht sie aus mehreren Belastungen und Risikofaktoren zugleich. Ein Risikofaktor bedeutet dabei nicht, dass eine Person zwangsläufig erkrankt. Er erhöht lediglich die Wahrscheinlichkeit dafür.
Biologische Faktoren
Zwillings- und Familienstudien schätzen den erblichen Anteil an der Bulimie auf etwa 40 bis 60 Prozent. Gene bestimmen jedoch nicht allein, ob die Erkrankung auftritt.
Untersuchungen zeigen außerdem Besonderheiten bei der Verarbeitung von Belohnungen, der Kontrolle von Impulsen sowie von Hunger- und Sättigungssignalen. Häufig ist noch unklar, ob solche Veränderungen zur Entstehung der Bulimie beitragen oder sich erst im Verlauf der Erkrankung entwickeln.
Psychische und verhaltensbezogene Faktoren
In Langzeitstudien gingen unter anderem eine starke Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper, große Angst vor Gewichtszunahme, eine hohe Bedeutung von Figur und Gewicht für den Selbstwert, strenge Diäten sowie bereits vorhandene Essanfälle oder Gegenmaßnahmen einer späteren Bulimie voraus. Auch anhaltend belastende Gefühle und Schwierigkeiten, mit ihnen umzugehen, können eine Rolle spielen. Manche Betroffene erleben den Essanfall oder das Gegensteuern kurzfristig als Möglichkeit, innere Anspannung zu verringern. Das ist häufig kein bewusst gewähltes Bewältigungsverhalten, sondern kann Teil der Erkrankung sein.
Soziale Faktoren
Druck, einem schlanken Körperideal zu entsprechen, und abwertende Reaktionen auf Körpergewicht oder Aussehen können das Risiko erhöhen, an einer Bulimie zu erkranken. Auch wenig soziale Unterstützung und das Erleben problematischen Essverhaltens im nahen Umfeld wurden mit einem späteren Erkrankungsbeginn in Verbindung gebracht. Schönheitsideale allein erklären eine Bulimie jedoch nicht.
Wie sich der Kreislauf aufrechterhalten kann
Viele Betroffene geraten in einen Kreislauf: Sie haben den Wunsch, Gewicht abzunehmen und versuchen daher, ihr Essen streng zu kontrollieren; dadurch kann es zu Heißhunger und in der Folge zu einem Essanfall kommen. Nach dem Essanfall folgen Schuldgefühle oder Angst vor Gewichtszunahme; Gegenmaßnahmen wie Erbrechen, Fasten oder exzessive Bewegung bringen kurzfristig Erleichterung, halten die Erkrankung jedoch langfristig aufrecht.
Körperliche und psychische Folgen
Bulimie kann zu verschiedenen psychischen und körperlichen Folgeerkrankungen führen. Das Risiko für die Entwicklung solcher Folgeerkrankungen ist umso höher, je stärker ausgeprägt oder länger anhaltend die Bulimie ist. Im Folgenden sind die verschiedenen möglichen Folgeerkrankungen tabellarisch dargestellt.
Häufige körperliche Folgen sind:
- Zahnschäden
- Schäden an der Mundschleimhaut und im Rachen
- Entzündungen der Speiseröhre
- Entzündungen und Vergrößerung der Speicheldrüsen
- Verdauungsprobleme wie Durchfälle oder Verstopfungen
- Störungen des Salz- und Wasserhaushalts, wodurch in schweren Fällen Herzrhythmusstörungen und Nierenschäden auftreten können
- Nährstoffmangel, Haarausfall, Konzentrationsprobleme, Zyklusstörungen, beeinträchtigte Fruchtbarkeit
- Gestörtes Hunger- und Sättigungsgefühl
Bei den psychischen Begleiterkrankungen lässt sich oft nicht eindeutig bestimmen, ob sie oder die Bulimie zuerst aufgetreten sind. Außerdem sind viele der psychischen Begleiterkrankungen gleichzeitig auch aufrechterhaltende Faktoren der Erkrankung – Scham verstärkt die Geheimhaltung der Erkrankung und insbesondere der Essanfälle, die Geheimhaltung verstärkt die soziale Isolation, die soziale Isolation verstärkt den nächsten Essanfall. Diese Faktoren machen die Behandlung so komplex.
Häufige psychische Begleiterkrankungen sind
- Depressionen (72–84 Prozent),
- Angststörungen (56 Prozent),
- posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS),
- Zwangsstörungen,
- Substanzgebrauchsstörungen und
- Persönlichkeitsstörungen (insbesondere Borderline-Persönlichkeitsstörung).
Verlauf und Prognose
Viele Menschen mit Bulimie profitieren deutlich von einer passenden Behandlung. Studien zeigen, dass bei etwa 40 bis 60 Prozent der Betroffenen Essanfälle und Gegenmaßnahmen wie Erbrechen, Fasten oder übermäßige Bewegung stark zurückgehen oder sogar aufhören.
Bei Erwachsenen mit Bulimie ist gut belegt, dass eine kognitive Verhaltenstherapie helfen kann. Ziel ist, Essanfälle und Gegenmaßnahmen besser zu verstehen, neue Wege im Umgang mit belastenden Gefühlen zu finden und den starken Einfluss von Gewicht, Figur und Essen auf den Selbstwert zu verringern. Bei Minderjährigen kann es besonders hilfreich sein, die Familie einzubeziehen. Studien belegen, dass in dieser Altersgruppe die familienbasierte Therapie (FBT) besonders hilfreich ist. Das bedeutet nicht, dass Eltern oder Angehörige "schuld" an der Erkrankung sind. Vielmehr sollen sie lernen, wie sie das betroffene Familienmitglied im Alltag entlasten und unterstützen können.
Der Weg aus der Bulimie verläuft nicht bei allen Menschen gleich. Manche Betroffene merken schon nach einigen Wochen erste Veränderungen, andere brauchen länger oder mehrere Therapieanläufe. Auch Rückfälle können vorkommen. Sie bedeuten nicht, dass die Behandlung gescheitert ist. Entscheidend ist, sich möglichst früh Hilfe zu holen, Unterstützung anzunehmen und die Behandlung so anzupassen, dass sie zur eigenen Situation passt.
Binge-Eating-Störung
Wie häufig ist die Binge-Eating-Störung?
Die Häufigkeit der Binge-Eating-Störung lässt sich bisher nur ungenau bestimmen. Sie kommt weltweit bei ca. 1 bis 2 Prozent der Bevölkerung vor und tritt bei Frauen deutlich häufiger auf als bei Männern. Die Zahlen unterscheiden sich dabei deutlich je nach Land, Region und Studie.
Die Erkrankung beginnt häufig im späten Jugendalter oder im frühen Erwachsenenalter. In einer großen Bevölkerungsstudie lag das mittlere Erkrankungsalter bei etwa 21 Jahren. Eine Binge-Eating-Störung kann jedoch auch bei Kindern, im späteren Erwachsenenalter oder erstmals im höheren Lebensalter auftreten.
Typische Symptome
Typische Merkmale einer BED sind:
- regelmäßige Essanfälle
- Gefühl des Kontrollverlusts während des Essanfalls
- Essanfälle gehen mit mindestens drei der folgenden Merkmale einher:
- deutlich schnelleres Essen,
- ein unangenehmes Völlegefühl,
- Essen ohne Hunger,
- allein essen, weil man sich schämt,
- Ekel, Niedergeschlagenheit oder starke Schuldgefühle im Anschluss
- Im Unterschied zu Bulimie fehlen regelmäßige und extreme kompensatorische Maßnahmen wie selbst herbei geführtes Erbrechen. Das macht das Krankheitsbild aber nicht „weniger schlimm“ oder zum reinen Problem der Disziplin. Diese Annahme ist weit verbreitet und verzögert, dass sich Betroffene frühzeitig Hilfe suchen.
Ursachen, Risikofaktoren und Krankheitsentstehung
Wie genau eine BES entsteht, ist nach wie vor unklar. Weitere Forschung ist nötig. Mehrere Studien haben jedoch biologische und neuronale Mechanismen aufgezeigt, die mit einer BES in Zusammenhang stehen.
So gerät bei der Binge-Eating-Störung die Hunger-/Sättigungsregulation aus dem Gleichgewicht. Das Gehirn reagiert besonders stark auf Essen als „Belohnung“, während die Verhaltenskontrolle eingeschränkt sein kann. Gleichzeitig spielen Stress, negative Gefühle, Impulsivität und Schwierigkeiten bei der Emotionsregulation eine wichtige Rolle. Dadurch entstehen wiederkehrende Essanfälle mit Kontrollverlust. Auch genetische Faktoren scheinen beteiligt zu sein.
Probleme mit dem Gewicht sowie Hänseleien wegen des Gewichts, Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper und Diäten sind zentrale Risikofaktoren für Essanfälle. Eine übermäßige Fokussierung auf das Gewicht und die Körperform geht mit stärkeren BED-bedingten Beeinträchtigungen einher. Personen, die Armut, Gewalt, traumatische Ereignisse, Kriege, Ernährungsunsicherheit oder schwere psychische Erkrankungen erlebt haben, scheinen ein erhöhtes Risiko für eine BED zu haben.
Körperliche und psychische Folgen
BES kann zu verschiedenen psychischen und körperlichen Folgeerkrankungen führen. Das Risiko für die Entwicklung solcher Folgeerkrankungen ist umso höher, je stärker ausgeprägt oder länger anhaltend die BES ist. Im Folgenden sind die verschiedenen möglichen Folgeerkrankungen tabellarisch dargestellt.
Körperliche Folge- und Begleiterkrankungen
BES ist eng verbunden mit:
- Übergewicht und Adipositas
- Diabetes mellitus Typ 2
- Bluthochdruck
- Fettstoffwechselstörungen
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Arthritis
- Metabolisches Syndrom
- Schlafproblemen
- Magen-Darm-Beschwerden
- chronische Entzündungsprozesse sowie
- hormonelle Störungen wie das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS)
Psychische Folge- und Begleiterkrankungen
Wie bei anderen psychischen Erkrankungen ist es oft schwer zu sagen, welche Störung zuerst aufgetreten ist, zumal sie sich gegenseitig beeinflussen können. Im Fall der Binge-Eating-Störung (BES) gibt es zum Beispiel enge Verbindungen zwischen der Regulation von Gefühlen und Essverhalten im Gehirn.
Häufige psychische Begleiterkrankungen bei BED sind
- Affektive Störungen wie Depressionen (70 Prozent),
- Posttraumatische Belastungsstörung (32 Prozent)
- und andere Angststörungen (16 Prozent). Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)
- Störungen der Impulskontrolle
- Suchterkrankungen
- Persönlichkeitsstörungen (z.B. Borderline)
Verlauf und Prognose
Die Binge-Eating-Störung kann sich über einen längeren Zeitraum erstrecken und in ihrer Intensität schwanken – manche Phasen fühlen sich leichter an, andere schwerer. In belastenden Lebenssituationen oder bei anhaltendem Stress können auch Rückfälle auftreten. Manchmal verändert sich das Bild der Erkrankung im Laufe der Zeit, etwa in Richtung einer Bulimie. Dies sollte ein Anlass sein, die Behandlung neu auszurichten.
Ohne professionelle Begleitung fällt es vielen Betroffenen schwer, die Erkrankung dauerhaft hinter sich zu lassen. Umso wichtiger – und ermutigender – ist es zu wissen, dass sich eine BED gut behandeln lässt und eine frühzeitige Behandlung die Heilungschancen deutlich verbessert.
Als besonders wirksam hat sich Psychotherapie erwiesen, vor allem die kognitive Verhaltenstherapie. Sie hilft dabei, Auslöser von Essanfällen besser zu verstehen und zu reduzieren, einen neuen Umgang mit schwierigen Gefühlen zu entwickeln und die Lebensqualität spürbar zu steigern. Ca. 50% der Betroffenen erreichen durch eine solche Behandlung langfristig eine deutliche Besserung – oder erleben gar keine Essanfälle mehr. Eine Herausforderung ist häufig, das Krankheitsbild zu erkennen und dafür Hilfe zu suchen, denn vielen Betroffenen ist nicht bewusst, dass sie an einer BES leiden. Genesung ist möglich, und jeder Schritt in Richtung Hilfe lohnt sich.
Binge Eating ist keine Charakterschwäche, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung – und mithilfe geeigneter Behandlung ist eine Veränderung möglich.
Mischformen / subklinische Essstörungen
Auch wenn eine Essstörung nicht alle Kriterien einer Magersucht, Bulimie oder Binge-Eating-Störung erfüllt, kann sie das Leben stark belasten. Solche Erkrankungen werden unter der Bezeichnung „other specified feeding or eating disorders“ (OSFED) zusammengefasst. Diese Formen der Essstörungen sind häufig, allerdings noch nicht ausreichend erforscht, sodass es wenig gesichertes Wissen über diese Erkrankungen gibt.
Eine aktuelle Übersichtsarbeit zeigt, dass Betroffene häufig Beschwerden und psychische Belastungen erleben, die denen von Menschen mit anderen Essstörungen ähneln. Die Diagnose OSFED bedeutet deshalb nicht, dass eine Essstörung weniger ernst ist.
Man muss weder untergewichtig sein noch sämtliche Diagnosekriterien erfüllen, um Unterstützung zu benötigen und Hilfe suchen zu dürfen.
Behandlung & Hilfe
Therapie von Essstörungen
Essstörungen sind psychische Erkrankungen mit schwerwiegenden körperlichen und psychischen Folgen. Sie betreffen Menschen aller Altersgruppen, Geschlechter und verschiedener sozialer Hintergründe. Gleichzeitig unterscheiden sich Verlauf, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten deutlich je nach Erkrankung. Besonders häufig sind
- Anorexia nervosa (Magersucht),
- Bulimia nervosa (Bulimie)
- Binge-Eating-Störung
- sowie Mischformen.
Die wissenschaftliche Forschung der vergangenen Jahre zeigt: Essstörungen sind behandelbar. Bei vielen Betroffenen verbessern sich die Erkrankungen deutlich oder sie erholen sich langfristig. Gleichzeitig erfordert die Behandlung häufig Geduld, Beständigkeit und die Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen. Auch Rückfälle sind nicht selten.
Heute gilt als gesichert, dass Essstörungen nicht durch einen einzelnen Auslöser entstehen. Vielmehr wirken biologische, psychische und gesellschaftliche Faktoren zusammen. Entsprechend umfasst eine wirksame Behandlung in der Regel mehrere Bausteine: psychotherapeutische Unterstützung, medizinische Begleitung, Ernährungstherapie sowie – je nach Situation – die Einbeziehung von Angehörigen.
Forschungs-Highlight
Ein vielversprechender Therapieansatz bei Essstörungen ist die sogenannte Exposition in virtueller Realität (VR). Dabei werden Betroffene in einer sicheren, virtuellen Umgebung mit Situationen konfrontiert, die ihr problematisches Verhalten auslösen können – etwa eine Mahlzeit gemeinsam mit anderen Personen oder ein höheres Körpergewicht–, um so besser mit diesen Situationen umgehen zu lernen. Zwei Forschungsprojekte am DZPG untersuchen, wie wirksam diese Methode ist und für wen sie sich besonders eignen könnte.
Warum eine frühe Behandlung wichtig ist
Je früher eine Essstörung erkannt und behandelt wird, desto günstiger sind die Aussichten auf Heilung. Besonders bei Kindern und Jugendlichen zeigen sich oft bessere Behandlungsergebnisse als bei Erwachsenen. Gleichzeitig können Essstörungen schwerwiegende körperliche Folgen haben – etwa Herz-Kreislauf-Probleme, Hormonstörungen, Mangelernährung oder Stoffwechselerkrankungen. Auch deshalb ist eine frühzeitige Behandlung wichtig.
Studien zeigen, dass viele Betroffene erst spät professionelle Hilfe erhalten. Gründe dafür sind unter anderem Scham, Angst, Ambivalenz der Betroffenen gegenüber einer Veränderung oder unzureichende Versorgungsangebote.
Gemeinsamkeiten moderner Behandlungskonzepte
Trotz der Unterschiede zwischen den einzelnen Essstörungen gibt es zentrale Grundprinzipien, die heute als wichtig gelten:
- Psychotherapie bildet den Kern der Behandlung.
- Körperliche und psychische Aspekte müssen gemeinsam betrachtet werden.
- Regelmäßige Verlaufskontrollen helfen, Veränderungen früh zu erkennen.
- Angehörige können eine wichtige unterstützende Rolle spielen.
- Rückfälle bedeuten kein Scheitern der Behandlung.
- Enge Zusammenarbeit der beteiligten Behandlungsteams, wenn zusätzliche körperliche oder psychische Erkrankungen vorliegen
Fachleute betonen, dass bei besonders schweren Verläufen die medizinische Behandlung körperlicher Folgen und Risiken zunächst vor der psychotherapeutischen Behandlung der Essstörung Vorrang haben kann. Bei starkem Untergewicht, häufigem Erbrechen, schwerer körperlicher Schwäche oder Suizidalität kann eine stationäre Behandlung notwendig werden.
In den vergangenen Jahren hat sich zudem die Erkenntnis durchgesetzt, dass "starre" Standardbehandlungen oft nicht ausreichen. Viele moderne Therapiekonzepte versuchen deshalb, stärker auf die individuelle Symptomatik, Lebenssituation und Motivation einzugehen.
Essstörungen verlaufen häufig nicht geradlinig. Phasen der Stabilisierung können sich mit Rückfällen abwechseln. Dies gilt besonders in Zeiten von Stress, Veränderungen oder emotionalen Krisen. Die Forschung beschreibt Rückfälle deshalb heute eher als Teil vieler Krankheitsverläufe und nicht automatisch als Zeichen des Scheiterns. Wichtig ist vor allem, Anzeichen für Rückfälle früh zu erkennen, Strategien für den Umgang mit Rückschlägen zu erlernen und erneut Unterstützung zu organisieren.
Aktuelle Forschung beschäftigt sich zunehmend mit stärker personalisierten Behandlungen. Dabei geht es um Fragen wie:
- Welche Therapie passt zu welcher Person?
- Welche Faktoren beeinflussen den Verlauf?
- Wie können Rückfälle früher erkannt werden?
- Welche Rolle spielen Persönlichkeit, Stress, soziale Beziehungen oder biologische Faktoren?
Außerdem gewinnen digitale Unterstützungsangebote an Bedeutung, etwa Apps zur Symptombeobachtung oder Online-Therapieprogramme. Diese können klassische Behandlungen ergänzen, ersetzen jedoch nicht die notwendige fachliche Diagnostik, Verlaufskontrolle und körperliche Risikoeinschätzung.
Behandlung von Anorexia nervosa (Magersucht)
Die Anorexia nervosa ist durch eingeschränktes Essen, starkes Untergewicht, intensive Angst vor Gewichtszunahme und ein verzerrtes Körperbild gekennzeichnet. Viele Betroffene erleben eine starke gedankliche Beschäftigung mit Essen, Gewicht und Kontrolle.
Was heute als wirksam gilt
Forschungsergebnisse zeigen, dass es bei Magersucht nicht die eine Psychotherapie gibt, die klar überlegen ist. Dennoch haben sich einige Ansätze besonders bewährt.
Bei Kindern und Jugendlichen gilt die familienbasierte Therapie (FBT) als besonders wirksam. Dabei werden Eltern aktiv einbezogen, um das Gewicht und Essverhalten ihres erkrankten Kindes zu stabilisieren. Langfristig zeigen sich hier oft bessere Ergebnisse als bei vielen anderen Verfahren. Besonders wichtig ist zudem, dass Wachstum und Pubertät zusätzliche Anforderungen an die Versorgung stellen können.
Wenn die familienbasierte Therapie (FBT) nicht akzeptiert wird – zum Beispiel, weil schwierige Verhältnisse ein Auslöser der Erkrankung sind –, kommen eine kognitive Verhaltenstherapie oder eine systemische Familientherapie infrage.
Bei Erwachsenen kommen verschiedene psychotherapeutische Verfahren zum Einsatz:
- Eine störungsspezifisch erweiterte Form der kognitiven Verhaltenstherapie
- Fokale psychodynamische Therapie.
Auch Ernährungstherapie und medizinische Begleitung sind wichtige Bestandteile der Behandlung.
Zentrale Ziele sind:
- die körperliche Stabilisierung,
- eine Normalisierung des Essverhaltens,
- eine schrittweise Gewichtszunahme,
- die Reduktion zwanghafter Gedanken rund um Essen und Gewicht,
- der Aufbau emotionaler und sozialer Stabilität.
Rolle von Medikamenten
Für die Magersucht gibt es bislang keine Medikamente mit eindeutig nachgewiesener Hauptwirkung auf die Erkrankung selbst. Einzelne Medikamente können unterstützend eingesetzt werden, etwa bei starker innerer Unruhe, Depressionen oder Zwangssymptomen. Die Forschung zeigt jedoch, dass Medikamente allein keine ausreichende Behandlung darstellen.
Verlauf und Prognose
Die langfristigen Verläufe sind sehr unterschiedlich. Ein Teil der Betroffenen erholt sich vollständig, andere entwickeln eine langanhaltende Erkrankung . Rückfälle können auch nach längeren stabilen Phasen auftreten.
Studien zeigen, dass sich die Chancen auf Besserung mit längerer Behandlungszeit erhöhen können. Selbst bei einem langen Krankheitsverlauf gibt es also immer Hoffnung.
Behandlung von Bulimia nervosa (Bulimie)
Die Bulimia nervosa ist durch wiederkehrende Essanfälle und anschließende gegensteuernde Maßnahmen wie Erbrechen, Fasten oder exzessiven Sport gekennzeichnet. Viele Betroffene leiden unter starker Scham und versuchen, die Symptome vor anderen zu verbergen.
Was heute als wirksam gilt
Für die Bulimie gilt die kognitive Verhaltenstherapie als die am besten untersuchte Behandlung. Besonders wirksam ist sie dabei, Essanfälle und gegensteuernde Verhaltensweisen zu reduzieren. Für Kinder und Jugendliche kommt vorrangig eine bulimie-spezifische Familientherapie (FT-BN) in Betracht. Wenn diese nicht möglich oder nicht wirksam ist, kommt eine individuelle kognitive Verhaltenstherapie (CBT-ED) gegebenenfalls mit Einbezug der Eltern oder Betreuungspersonen infrage.
Im Mittelpunkt der Behandlung stehen unter anderem:
- die Normalisierung des Essverhaltens,
- der Umgang mit belastenden Gefühlen,
- die Verringerung von Schwarz-Weiß-Denken,
- die Bearbeitung von Körperbild und Selbstwert.
Insbesondere bei Erwachsenen können angeleitete Selbsthilfeprogramme hilfreich sein, vor allem bei leichteren oder früher erkannten Verläufen. Manche dieser Programme arbeiten mit Büchern oder digitalen Anwendungen und werden therapeutisch begleitet.
Zusätzlich kommen teilweise folgende Verfahren zum Einsatz:
Medikamente
Im Unterschied zur Magersucht können bestimmte Antidepressiva bei Bulimie unterstützend wirken. Sie können die Häufigkeit von Essanfällen und Erbrechen reduzieren, ersetzen jedoch keine Psychotherapie.
Verlauf und Prognose
Die Aussichten bei Bulimie gelten insgesamt als günstiger als lange angenommen. Viele Betroffene erleben deutliche Verbesserungen. Gleichzeitig sind Rückfälle relativ häufig, besonders in belastenden Lebensphasen.
Entscheidend scheint häufig eine frühe Veränderung im Verlauf der Therapie zu sein: Wenn sich Symptome bereits in den ersten Wochen bessern, steigt die Wahrscheinlichkeit für einen langfristigen Erfolg.
Behandlung der Binge-Eating-Störung
Die Binge-Eating-Störung (BES) ist durch wiederkehrende Essanfälle gekennzeichnet, ohne dass regelmäßig gegensteuernde Maßnahmen wie Erbrechen erfolgen. Viele Betroffene leiden zusätzlich unter Schuldgefühlen, Scham und starkem psychischem Druck.
Die Erkrankung tritt häufig gemeinsam mit Übergewicht oder Adipositas auf, kann aber Menschen aller Gewichtsklassen betreffen.
Was heute als wirksam gilt
Auch bei der Binge-Eating-Störung gilt die kognitive Verhaltenstherapie als besonders gut untersucht. Ziel der Behandlung ist vor allem, die Essanfälle zu reduzieren und einen stabileren Umgang mit Emotionen, Stress und Essverhalten zu erreichen.
Für Erwachsene mit Binge-Eating-Störung kann zunächst auch ein angeleitetes Selbsthilfeprogramm eingesetzt werden. Wenn dies nicht passend ist oder nicht ausreichend wirkt, wird eine gruppenbasierte oder individuelle kognitive Verhaltenstherapie empfohlen.
Wichtige Bestandteile der Behandlung sind:
- regelmäßige Mahlzeiten,
- Erkennen von Auslösern für Essanfälle,
- Emotionsregulation,
- Arbeit an Selbstwert und Körperbild.
Daneben können auch interpersonelle oder dialektisch-behaviorale Ansätze hilfreich sein.
Medikamente
In Deutschland ist derzeit kein Medikament für die Behandlung von BES zugelassen.
Besonderheiten der Behandlung
Eine reine Konzentration auf Gewichtsabnahme reicht bei BES oft nicht aus und kann teilweise sogar problematisch sein. Eine restriktive Ernährung kann Essanfälle auslösen und daher die BED eher aufrechterhalten. Im Vordergrund einer Behandlung der BED stehen daher die Stabilisierung des Essverhaltens und die Verringerung der Essanfälle.
Wo sollte die Behandlung von Essstörungen stattfinden?
Viele Menschen fragen sich nach der Diagnose einer Essstörung, ob eine ambulante Therapie, ausreicht oder ob eine Behandlung im Krankenhaus notwendig ist. Experten betonen dabei einen wichtigen Grundsatz: Die Behandlung sollte möglichst in der normalen Lebensumgebung stattfinden – also ambulant –, solange dies medizinisch sicher möglich ist.
Damit können viele Betroffene zuhause wohnen bleiben und gleichzeitig regelmäßig therapeutische Unterstützung erhalten. Ambulante Behandlungen haben den Vorteil, dass Schule, Ausbildung, Beruf, Familie und soziale Kontakte oft besser aufrechterhalten werden können . Außerdem können neue Verhaltensweisen direkt im Alltag eingeübt werden.
Wann ist eine stationäre Behandlung sinnvoll?
Manchmal reicht eine ambulante Behandlung nicht aus. Dann kann eine Behandlung in einer spezialisierten Klinik notwendig werden. Dies gilt besonders dann, wenn:
- starkes Untergewicht besteht,
- körperliche Risiken auftreten,
- häufiges Erbrechen oder extreme Essanfälle vorkommen,
- schwere Depressionen oder Suizidgedanken bestehen,
- zuhause keine ausreichende Unterstützung möglich ist,
- oder ambulante Therapien nicht genug Erfolg zeigen.
Bei Kindern und Jugendlichen achten Fachleute besonders darauf, ob Wachstum, Pubertät oder körperliche Entwicklung gefährdet sind.
Krankenhausbehandlung zu Hause - stationsäquivalente Home-Treatment (STÄB)
Die stationsäquivalente psychiatrische Behandlung ist für Menschen vorgesehen, die aufgrund einer akuten psychischen Erkrankung eigentlich vollstationär behandelt werden müssten. Statt auf einer psychiatrischen Station werden sie in ihrem häuslichen Umfeld durch ein mobiles, fachärztlich geleitetes Team versorgt. Dazu können ärztliche und psychotherapeutische Gespräche, pflegerische Unterstützung, Medikamentenbehandlung sowie sozial- oder spezialtherapeutische Angebote gehören.
In der Regel findet mindestens einmal täglich ein persönlicher Kontakt statt. Das Krankenhaus gewährleistet außerdem rund um die Uhr eine ärztliche Eingriffsmöglichkeit. Verschlechtert sich der Gesundheitszustand, muss kurzfristig eine stationäre Aufnahme möglich sein.
Voraussetzungen sind unter anderem:
- Das Krankenhaus stellt eine stationäre Behandlungsbedürftigkeit fest.
- Die Behandlung zu Hause ist medizinisch und organisatorisch geeignet.
- Das häusliche Umfeld ermöglicht eine sichere und vertrauliche Behandlung.
- Alle volljährigen Personen im selben Haushalt stimmen zu.
Angehörige als Unterstützer
Angehörige erleben Essstörungen oft als belastend, besorgniserregend und emotional erschöpfend. Gleichzeitig zeigen Studien, dass unterstützende Beziehungen den Verlauf einer Essstörung positiv beeinflussen können.
Viele moderne Behandlungskonzepte beziehen Familien und Bezugspersonen ausdrücklich mit ein – nicht als "Auslöser" der Erkrankung, sondern als mögliche Ressource.
Hilfreich sind insbesondere:
- verlässliche Unterstützung ohne ständige Kontrolle,
- Verständnis für die psychische Belastung,
- klare, aber respektvolle Kommunikation,
- professionelle Beratung und Psychoedukation auch für Angehörige.
Mythen-Check
-
„Mädchen und Frauen sind häufiger von Essstörungen betroffen als Jungen und Männer.“
Auflösung anzeigen
Dieser Mythos trifft zu.
Es stimmt, dass Frauen und Mädchen häufiger von Magersucht, Bulimie und Binge Eating Disorder betroffen sind. Prinzipiell können Essstörungen jedoch bei Menschen aller Geschlechter auftreten. Fachleute gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl betroffener Männer höher sein könnte, als aktuelle Statistiken wiedergeben. Denn Essstörungen werden bei Männern häufig später erkannt oder gar nicht diagnostiziert.
Von 1.000 Mädchen und Frauen erkranken im Laufe ihres Lebens durchschnittlich etwa
• 28 an einer Binge-Eating-Störung,
• 19 an Bulimie und
• 14 an Magersucht.
Jungen und Männer sind deutlich weniger betroffen: Von 1.000 erkranken im Laufe ihres Lebens durchschnittlich etwa
• 10 an einer Binge-Eating-Störung,
• 6 an Bulimie und
• 2 an Magersucht.
Dieser Mythos trifft zu.
Es stimmt, dass Frauen und Mädchen häufiger von Magersucht, Bulimie und Binge Eating Disorder betroffen sind. Prinzipiell können Essstörungen jedoch bei Menschen aller Geschlechter auftreten. Fachleute gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl betroffener Männer höher sein könnte, als aktuelle Statistiken wiedergeben. Denn Essstörungen werden bei Männern häufig später erkannt oder gar nicht diagnostiziert.
Von 1.000 Mädchen und Frauen erkranken im Laufe ihres Lebens durchschnittlich etwa
• 28 an einer Binge-Eating-Störung,
• 19 an Bulimie und
• 14 an Magersucht.
Jungen und Männer sind deutlich weniger betroffen: Von 1.000 erkranken im Laufe ihres Lebens durchschnittlich etwa
• 10 an einer Binge-Eating-Störung,
• 6 an Bulimie und
• 2 an Magersucht.
-
„Magersucht ist die häufigste Essstörung“
Auflösung anzeigen
Dieser Mythos trifft nicht zu.
Magersucht ist zwar die bekannteste Form der Essstörungen, tritt aber am seltensten auf. Am häufigsten treten Mischformen oder sogenannte atypische Formen auf, sie machen über 50 Prozent der Essstörungen aus.
Dieser Mythos trifft nicht zu.
Magersucht ist zwar die bekannteste Form der Essstörungen, tritt aber am seltensten auf. Am häufigsten treten Mischformen oder sogenannte atypische Formen auf, sie machen über 50 Prozent der Essstörungen aus.
-
„Essstörungen entwickeln sich in der Jugend“
Auflösung anzeigen
Dieser Mythos trifft teilweise zu.
Essstörungen beginnen typischerweise im Bereich von der Kindheit bis ins frühe Erwachsenenalter – einer Zeit, in der Körper und Persönlichkeit noch im Aufbau sind. Konkret bedeutet das:
• Bei 15 Prozent der Betroffenen zeigen sich die ersten Anzeichen schon vor dem 14. Lebensjahr
• Bei der Hälfte aller Betroffenen entwickelt sich die Störung bis zum 18. Lebensjahr
• Bei über 80 Prozent tritt sie vor dem 25. Lebensjahr auf
• Nach dem 30. Lebensjahr treten so gut wie keine neuen Fälle auf
Dieser Mythos trifft teilweise zu.
Essstörungen beginnen typischerweise im Bereich von der Kindheit bis ins frühe Erwachsenenalter – einer Zeit, in der Körper und Persönlichkeit noch im Aufbau sind. Konkret bedeutet das:
• Bei 15 Prozent der Betroffenen zeigen sich die ersten Anzeichen schon vor dem 14. Lebensjahr
• Bei der Hälfte aller Betroffenen entwickelt sich die Störung bis zum 18. Lebensjahr
• Bei über 80 Prozent tritt sie vor dem 25. Lebensjahr auf
• Nach dem 30. Lebensjahr treten so gut wie keine neuen Fälle auf
-
„Menschen mit einer Binge-Eating-Störung sind immer übergewichtig“
Auflösung anzeigen
Dieser Mythos trifft nicht zu.
Obwohl viele Menschen mit BES übergewichtig sind und bei rund jedem Dritten eine Adipositas vorliegt, gibt es auch Betroffene, die normalgewichtig sind.
Dieser Mythos trifft nicht zu.
Obwohl viele Menschen mit BES übergewichtig sind und bei rund jedem Dritten eine Adipositas vorliegt, gibt es auch Betroffene, die normalgewichtig sind.
-
„Abnehmen ist das oberste Ziel bei der Behandlung der Binge-Eating-Störung“
Auflösung anzeigen
Dieser Mythos trifft nicht zu.
Die Anzahl der Essanfälle zu verringern und die Verbesserung der psychischen Gesundheit und Lebensqualität sind die wichtigsten Therapieziele bei der Behandlung einer BES. Dabei helfen am besten verschiedene Formen der Psychotherapie. Da viele Menschen, die von BES betroffen sind, auch Übergewicht haben, kann auch die Reduktion des Körpergewichts ein gesundheitlich sinnvolles Ziel sein, das jedoch sorgfältig abgewogen und geplant werden sollte im Rahmen der gemeinsamen Behandlung der Essstörung.
Dieser Mythos trifft nicht zu.
Die Anzahl der Essanfälle zu verringern und die Verbesserung der psychischen Gesundheit und Lebensqualität sind die wichtigsten Therapieziele bei der Behandlung einer BES. Dabei helfen am besten verschiedene Formen der Psychotherapie. Da viele Menschen, die von BES betroffen sind, auch Übergewicht haben, kann auch die Reduktion des Körpergewichts ein gesundheitlich sinnvolles Ziel sein, das jedoch sorgfältig abgewogen und geplant werden sollte im Rahmen der gemeinsamen Behandlung der Essstörung.
-
„„Essstörungen sind eine Lifestyle-Entscheidung oder Eitelkeit"“
Auflösung anzeigen
Dieser Mythos trifft nicht zu.
Nein, es handelt sich um ernsthafte psychische Erkrankungen mit biologischen, psychologischen und sozialen Ursachen – keine bewusste Wahl.
Dieser Mythos trifft nicht zu.
Nein, es handelt sich um ernsthafte psychische Erkrankungen mit biologischen, psychologischen und sozialen Ursachen – keine bewusste Wahl.
-
„„Essstörungen sind nur ein Ernährungsproblem"“
Auflösung anzeigen
Dieser Mythos trifft nicht zu.
Nein, es sind psychische Erkrankungen, oft verbunden mit überkontrolliertem oder impulsivem Verhalten, gedanklich starker Beschäftigung mit Essen, Figur und Gewicht und Schwierigkeiten der Emotionsregulation.
Dieser Mythos trifft nicht zu.
Nein, es sind psychische Erkrankungen, oft verbunden mit überkontrolliertem oder impulsivem Verhalten, gedanklich starker Beschäftigung mit Essen, Figur und Gewicht und Schwierigkeiten der Emotionsregulation.
-
„„Es geht nur ums Essen"“
Auflösung anzeigen
Dieser Mythos trifft teilweise zu.
Essstörungen sind komplexe Erkrankungen, die mit vielen weiteren Symptomen, Verhaltensweisen und Begleiterkrankungen einhergehen – Schwierigkeiten im Bereich des Essverhaltens stehen jedoch häufig im Vordergrund.
Dieser Mythos trifft teilweise zu.
Essstörungen sind komplexe Erkrankungen, die mit vielen weiteren Symptomen, Verhaltensweisen und Begleiterkrankungen einhergehen – Schwierigkeiten im Bereich des Essverhaltens stehen jedoch häufig im Vordergrund.
-
„„Man muss nur wieder essen / abnehmen / zunehmen, dann ist es vorbei"“
Auflösung anzeigen
Dieser Mythos trifft nicht zu.
Gewichtsveränderungen sind zwar, je nach Diagnose und Körpergewicht, ein Teil der Behandlung. Eine psychotherapeutische Arbeit an den Ursachen ist unverzichtbar., um die Erkrankungen zu heilen oder zu lindern.
Dieser Mythos trifft nicht zu.
Gewichtsveränderungen sind zwar, je nach Diagnose und Körpergewicht, ein Teil der Behandlung. Eine psychotherapeutische Arbeit an den Ursachen ist unverzichtbar., um die Erkrankungen zu heilen oder zu lindern.
-
„„Essstörungen können lebensbedrohlich sein"“
Auflösung anzeigen
Dieser Mythos trifft zu.
Anorexia nervosa hat eine der höchsten Sterblichkeitsraten aller psychischen Erkrankungen – durch körperliche Komplikationen und Suizid. Auch bei Bulimie kann es durch einen gestörten Elektrolythaushalt in Folge gegensteuernder Maßnahmen zu lebensbedrohlichen Zuständen kommen.
Dieser Mythos trifft zu.
Anorexia nervosa hat eine der höchsten Sterblichkeitsraten aller psychischen Erkrankungen – durch körperliche Komplikationen und Suizid. Auch bei Bulimie kann es durch einen gestörten Elektrolythaushalt in Folge gegensteuernder Maßnahmen zu lebensbedrohlichen Zuständen kommen.
Forschung heute: Was wir wissen, was wir noch nicht wissen
Essstörungen
Was wir über Essstörungen wissen
Es gibt drei Hauptformen von Essstörungen: Magersucht, Bulimie und Binge-Eating-Störung. Ein Großteil der Essstörungen sind jedoch atypische Essstörungen oder Mischformen (ca. 50 Prozent).
Was wir noch nicht über Essstörungen wissen
Da atypische Essstörungen oder Mischformen kein einheitliches Störungsbild darstellen, sondern ganz unterschiedliche Symptome aufweisen, sind sie sehr wenig erforscht. Deshalb gibt es kaum evidenzbasiertes Wissen über den Verlauf, die Behandlung und die Prognose dieser Essstörungen.
Magersucht (Anorexia nervosa)
Was wir über Magersucht (Anorexia nervosa) wissen
Essstörungen sind ernsthafte psychische Erkrankungen
Essstörungen wie Anorexie (Magersucht) sind keine „Phase“ oder reine Diätprobleme. Sie können schwere körperliche und weitere psychische Folgen über die Auslöser hinaus haben und sogar lebensgefährlich werden.
Immer mehr junge Menschen sind betroffen
Etwa 4 von 100 Menschen erkranken im Laufe ihres Lebens an Magersucht. Besonders bei Jugendlichen nehmen die Fälle seit Jahren zu.
Die Erkrankung betrifft Körper und Psyche gleichzeitig
Menschen mit Magersucht leiden oft nicht nur psychisch, sondern auch körperlich:
- Herz, Kreislauf und Organe können geschädigt werden,
- der Körper gerät durch Unterernährung aus dem Gleichgewicht,
- viele Betroffene leiden zusätzlich unter Angst, Zwangsgedanken oder Depressionen.
Psychotherapie hilft vielen Betroffenen
Psychotherapie ist die wichtigste wissenschaftlich belegte Behandlung bei Essstörungen. Dabei geht es unter anderem darum:
- wieder regelmäßig zu essen,
- mit belastenden Gedanken umzugehen,
- Gefühle besser zu regulieren,
- und ein gesünderes Verhältnis zum eigenen Körper zu entwickeln.
Gewichtszunahme allein bedeutet noch keine Heilung
Viele Betroffene nehmen während der Behandlung zwar wieder zu, kämpfen aber weiterhin mit:
- Angst vor dem Essen,
- starkem Kontrollbedürfnis,
- einem negativen Körperbild,
- oder belastenden Gedanken rund ums Gewicht.
Deshalb kommt es häufig zu Rückfällen.
Frühe Hilfe verbessert die Chancen
Je früher eine Magersucht erkannt und behandelt wird, desto besser sind meist die Heilungschancen.
Was wir noch nicht über Magersucht (Anorexia nervosa) wissen
Warum manche Menschen eine Magersucht entwickeln
Bis heute ist nicht vollständig geklärt,
- warum manche Menschen erkranken und andere nicht,
- welche Rolle Gene, Persönlichkeit, Familie, soziale Medien oder gesellschaftlicher Druck spielen,
Warum die Erkrankung manchmal so langanhaltend ist
Forschende wissen noch nicht genau,
- welche Prozesse im Gehirn und Körper die Essstörung „aufrechterhalten“,
- warum Betroffene trotz großer gesundheitlicher Risiken oft nicht aufhören können,
- und warum Rückfälle so häufig sind.
Welche Behandlung für welche Person am besten wirkt
Nicht jede Therapie hilft jeder Person gleich gut. Bislang kann man noch nicht zuverlässig vorhersagen:
- wer welche Unterstützung braucht,
- welche Therapieform am besten passt,
- und welche Faktoren über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.
Wie „wirkliche Genesung“ aussieht
Die Therapieforschung konzentriert sich oft stark auf Behandlungsergebnisse wie Gewicht und BMI. Weniger klar ist:
- wann jemand sich auch psychisch wirklich erholt hat,
- wie Lebensqualität gemessen werden sollte,
- und wie langfristige Stabilität erreicht werden kann.
Welche biologischen Ursachen eine Rolle spielen
Es gibt erste Hinweise auf:
- genetische Einflüsse,
- Veränderungen im Gehirn,
- hormonelle Prozesse und andere körperliche Faktoren.
Aber viele Zusammenhänge sind noch nicht ausreichend verstanden.
Bulimie (Bulimia nervosa)
Was wir über Bulimie (Bulimia nervosa) wissen
Bulimie beginnt oft in jungen Jahren
Bulimie kommt weltweit vor und beginnt meist im Jugendalter oder im frühen Erwachsenenalter. Kennzeichnend sind wiederkehrende Essanfälle mit Kontrollverlust und anschließende Versuche, eine Gewichtszunahme zu verhindern. Dazu gehören etwa Erbrechen, Fasten, übermäßige Bewegung oder der Missbrauch von Medikamenten.
Viele Betroffene schämen sich und werden deshalb spät erkannt
Essanfälle und Gegenmaßnahmen finden häufig heimlich statt. Viele Betroffene erleben danach Schuldgefühle, Angst oder große Scham. Da das Körpergewicht meist im Normalbereich oder darüber liegt, ist die Erkrankung von außen oft nicht zu erkennen. Auch Angehörige bemerken deshalb häufig lange nichts.
Bulimie betrifft Körper und Psyche
Häufiges Erbrechen kann Zähne, Mund, Rachen und Speiseröhre schädigen. Störungen des Flüssigkeits- und Salzhaushalts können Muskelschwäche und gefährliche Herzrhythmusstörungen verursachen. Auch Verdauungsbeschwerden, Zyklusstörungen und eine beeinträchtigte Fruchtbarkeit sind möglich. Depressionen, Angststörungen, Traumafolgen, ADHS, Persönlichkeitsstörungen, Selbstverletzungen oder Substanzprobleme können gemeinsam mit einer Bulimie auftreten.
Mehrere Faktoren wirken zusammen
Die Forschung geht von einem Zusammenspiel erblicher, psychischer und sozialer Einflüsse aus. Eine Rolle spielen können unter anderem Körperunzufriedenheit, eine starke Orientierung an Figur und Gewicht, strenge Diäten, belastende Gefühle, wenig soziale Unterstützung und der Druck, einem schlanken Körperideal zu entsprechen. Kein einzelner Faktor führt zwangsläufig zu einer Bulimie.
Psychotherapie hilft vielen Betroffenen
Bei Erwachsenen ist die auf Essstörungen ausgerichtete kognitive Verhaltenstherapie am besten untersucht. Auch eine angeleitete Selbsthilfe kann ein erster Behandlungsschritt sein. Für Kinder und Jugendliche wird eine familienbasierte Therapie empfohlen.
Frühe Hilfe kann den Verlauf verbessern
Eine längere Krankheitsdauer ist mit ungünstigeren Verläufen verbunden. Deshalb ist es wichtig, eine Bulimie möglichst früh zu erkennen und zu behandeln. Rückfälle oder mehrere Behandlungsanläufe sind möglich. Sie bedeuten nicht, dass eine Genesung ausgeschlossen ist.
Was wir über Bulimie (Bulimia nervosa) noch nicht wissen
Warum manche Menschen eine Bulimie entwickeln
Noch ist nicht vollständig geklärt, warum manche Menschen eine Bulimie entwickeln und andere trotz ähnlicher Belastungen nicht. Offen ist, wie Gene, Körperbild, Diäten, belastende Gefühle, soziale Beziehungen und gesellschaftliche Schönheitsideale genau zusammenwirken.
Welche Mechanismen die Erkrankung aufrechterhalten
Forschende untersuchen unter anderem die Verarbeitung von Belohnungen, die Kontrolle von Impulsen, Hunger- und Sättigungssignale sowie den Umgang mit belastenden Gefühlen. Viele Studien zeigen Veränderungen in diesen Bereichen. Häufig lässt sich jedoch nicht sicher sagen, ob sie zur Erkrankung beitragen oder erst durch die Bulimie entstehen.
Welche Behandlung für wen am besten passt
Noch lässt sich nicht zuverlässig vorhersagen, wer von welcher Behandlung besonders profitiert. Das gilt vor allem, wenn zusätzliche Erkrankungen wie Depressionen, Traumafolgestörungen, ADHS, Persönlichkeitsstörungen oder Substanzprobleme vorliegen. Auch ist noch nicht ausreichend geklärt, wann eine stärker auf die Essstörung konzentrierte Therapie ausreicht und wann weitere Probleme gleichzeitig behandelt werden sollten.
Digitale Selbsthilfe, kürzere Therapieprogramme und kombinierte Behandlungen können den Zugang zur Versorgung verbessern. Es fehlen jedoch Langzeitdaten und hochwertige Vergleiche zwischen den verschiedenen Angeboten.
Welche neuen Behandlungen wirksam und sicher sind
Zu neuen Medikamenten, Verfahren zur Hirnstimulation und Anwendungen mit virtueller Realität gibt es erste Ergebnisse. Viele Untersuchungen schließen jedoch unterschiedliche Essstörungen gemeinsam ein oder umfassen nur wenige Teilnehmende. Für eine verlässliche Bewertung fehlen größere Studien und längere Beobachtungszeiten.
Wie Rückfälle und langanhaltende Verläufe besser verhindert werden
Ein Teil der Betroffenen erholt sich dauerhaft, bei anderen bleiben Beschwerden bestehen oder kehren zurück. Noch ist nicht ausreichend verstanden, warum manche Menschen stabil bleiben und andere erneut Essanfälle und Gegenmaßnahmen entwickeln. Auch der Wechsel zwischen Bulimie und anderen Essstörungen ist noch nicht ausreichend erforscht.
Wie Versorgung alle Betroffenen erreicht
Nur ein kleiner Teil der Menschen mit einer Essstörung sucht gezielt professionelle Hilfe. Scham, fehlendes Wissen und ein begrenztes Behandlungsangebot erschweren den Zugang. Männer, ältere Menschen, Menschen mit höherem Körpergewicht sowie trans und nichtbinäre Personen sind in der Forschung bislang nicht ausreichend vertreten. Ähnliches gilt für viele Länder mit niedrigem oder mittlerem Einkommen.
Offen ist zudem, welche Screeningverfahren eine Bulimie zuverlässig erkennen und wie Betroffene anschließend schnell eine passende Behandlung erhalten können.
Binge-Eating-Störung
Was wir über die Binge-Eating-Störung wissen
Binge-Eating-Störung ist eine echte Essstörung
Die Binge-Eating-Störung ist keine Willensschwäche und kein reines Gewichtsproblem. Sie ist eine eigenständige psychische Erkrankung.
Viele Betroffene schämen sich – und werden deshalb spät erkannt
Essanfälle finden oft heimlich statt und sind häufig mit Schuld, Ekel, Niedergeschlagenheit oder großer Scham verbunden. Viele Betroffene suchen zunächst wegen Gewicht, Stoffwechselproblemen oder Diätversuchen Hilfe – nicht wegen einer Essstörung.
BES betrifft Körper und Psyche
BES kann mit Adipositas verbunden sein, kommt aber nicht nur bei höherem Körpergewicht vor. Häufige Begleitprobleme sind unter anderem Bluthochdruck, Diabetes, Schlafprobleme, Magen-Darm-Beschwerden und Schmerzen im Bewegungsapparat. Auch Depressionen, Angststörungen, ADHS, Traumafolgen oder Substanzprobleme können zusammen mit BES auftreten.
Mehrere Faktoren wirken zusammen
Die Forschung geht von einem Zusammenspiel biologischer, psychischer und sozialer Einflüsse aus. Eine Rolle spielen können unter anderem Körperunzufriedenheit, Diäten, Gewichtsstigma, belastende Erfahrungen, Stress, Impulsivität und Schwierigkeiten, Gefühle zu regulieren.
Psychotherapie hilft vielen Betroffenen
Am besten belegt ist, dass die kognitive Verhaltenstherapie Menschen mit BES hilft. Auch interpersonelle Psychotherapie und dialektisch-behaviorale Ansätze können helfen.
Frühe Hilfe kann den Verlauf verbessern
Je früher BES erkannt und behandelt wird, desto wirksamer ist die Therapie.
Was wir noch nicht über die Binge-Eating-Störung wissen
Warum manche Menschen eine BES entwickeln
Noch ist nicht vollständig geklärt, warum manche Menschen Essanfälle mit Kontrollverlust entwickeln und andere nicht. Offen ist, wie Gene, Gehirn, Belohnungsverarbeitung, Hunger- und Sättigungssignale, Stress, Trauma, Armut, Ernährungsumfeld und Stigma genau zusammenwirken.
Welche Mechanismen die Erkrankung aufrechterhalten
Forschende untersuchen unter anderem Impulsivität, Emotionsregulation, Belohnungssysteme, Darm-Hirn-Kommunikation und das Mikrobiom. Viele Befunde zeigen Zusammenhänge. Was Ursache ist und was Folge der Erkrankung, lässt sich oft noch nicht sicher sagen.
Welche Behandlung für wen am besten passt
Noch lässt sich nicht zuverlässig vorhersagen, wer welche Therapie braucht – etwa bei zusätzlicher Depression, ADHS, Trauma, hoher Impulsivität oder starker Gewichtssorge.
Auch digitale Angebote, gestufte Versorgung und kombinierte Behandlungen sind vielversprechend, aber noch nicht abschließend bewertet.
Wie Rückfälle und Langzeitverläufe besser verhindert werden
Langzeitdaten sind begrenzt, besonders für die Wirkung von Medikamenten und kombinierten Behandlungsmodellen. Noch nicht ausreichend verstanden ist, warum manche Menschen dauerhaft stabil bleiben und andere wieder Essanfälle entwickeln bzw. die Essanfälle nicht reduzieren können.
Wie Versorgung alle Betroffenen erreicht
BES wird häufig übersehen, auch weil Scham und Gewichtsstigma Hilfesuche erschweren.
Es fehlen niedrigschwellige Versorgungswege und ausreichend geschulte Fachkräfte – besonders für Männer, sozial benachteiligte Gruppen, sexuelle und ethnische Minderheiten sowie viele nicht-westliche Regionen der Welt. Offen ist, wie Screening und Behandlung besser in Hausarztpraxen, Diabetesversorgung, Adipositasambulanzen und Psychotherapie integriert werden können.
Ist das schon eine Essstörung?
Hier geht es zu einem Selbsttest, der eine erste grobe Orientierung darüber geben kann, ob Anzeichen einer Essstörung vorliegen oder ob sich eine Essstörung entwickeln könnte. Der Fragebogen ist kein Diagnoseinstrument. Ein auffälliges Ergebnis bedeutet nicht automatisch, dass Sie erkrankt sind – und ein unauffälliges Ergebnis schließt eine Essstörung nicht vollständig aus.
Der Test ersetzt in keinem Fall die Diagnose durch einen Arzt oder Psychotherapeuten. Deshalb auch im Zweifelsfall oder bei Unsicherheiten immer einen Arzt oder einen Psychotherapeuten aufsuchen oder sich mit einer Beratungsstelle in Verbindung setzen.
Kontaktdaten und Anlaufstellen gibt es bei Hilfe finden
Wie aussagekräftig ist das Testergebnis?
- Trefferquote bei Betroffenen (77%): Von 100 Personen mit einer echten Essstörung erkennt der Fragebogen 77 korrekt – 23 werden fälschlicherweise als unauffällig eingestuft.
- Trefferquote bei Gesunden (77%): Von 100 Personen ohne Essstörung werden 77 korrekt als unauffällig erkannt – 23 bekommen fälschlicherweise einen Hinweis auf eine Essstörung.
Social Media und Essstörungen
Soziale Medien sind für viele Menschen ein selbstverständlicher Teil des Alltags. Sie können verbinden, unterhalten, inspirieren und gerade Jugendlichen das Gefühl geben, dazuzugehören. Online lassen sich Kontakte pflegen, neue Gruppen finden und Erfahrungen teilen. Gleichzeitig können soziale Netzwerke auch belasten, besonders wenn sie sehr intensiv genutzt werden oder wenn dort Inhalte auftauchen, die Druck, Vergleiche und Unsicherheit verstärken.
Die Nutzung sozialer Medien kann Essstörungen nicht allein erklären oder gar verursachen. Aber soziale Medien können zentrale Risikofaktoren verstärken. Besonders riskant sind Inhalte, die sehr schlanke, trainierte oder „perfekte“ Körper als erreichbar und erstrebenswert darstellen, sowie ständige Vergleiche mit anderen.
Gerade in der Pubertät können soziale Medien eine große Rolle spielen. In dieser Lebensphase geht es stark um Identität, Zugehörigkeit und die Frage, wie man von anderen gesehen wird. Plattformen bieten viele Möglichkeiten, sich auszuprobieren, sich zu zeigen und Rückmeldung zu bekommen. Genau darin liegt aber auch ein Risiko: Likes, Kommentare und Vergleiche können das Selbstwertgefühl beeinflussen. Wenn auf Social Media vor allem makellose, schlanke, trainierte oder stark bearbeitete Körper sichtbar sind, entsteht zudem leicht der Eindruck, nur ein bestimmtes Aussehen sei attraktiv, erfolgreich oder anerkannt. Das kann die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper verstärken.
Problematisch wird es vor allem dann, wenn Selbstoptimierung zum Zwang wird. Diäten, strenge Ernährungsregeln oder sehr intensiver Sport führen nicht automatisch zu einer Essstörung. Wenn aber der Wunsch nach Kontrolle über Essen, Gewicht und Körper immer mehr Raum einnimmt, kann daraus ein gefährlicher Kreislauf entstehen. Zusätzlich können negative Erfahrungen im Netz – etwa Beleidigungen, Hassbotschaften oder Cybermobbing – zusätzlich belasten. Für Menschen, die ohnehin unsicher sind oder sich mit ihrem Körper unwohl fühlen, können solche Erfahrungen besonders verletzend sein.
Ein sehr gefährlicher Bereich sind sogenannte Pro-Ana- und Pro-Mia-Inhalte. Damit sind Online-Angebote gemeint, die Magersucht oder Bulimie nicht als Krankheit verstehen, sondern problematisches Essverhalten verharmlosen oder sogar idealisieren. In solchen Gruppen können sich Betroffene gegenseitig zum Hungern, Abnehmen oder zu Ess-Brech-Verhalten anspornen. Was zunächst wie Verständnis oder Zugehörigkeit wirkt, kann die Erkrankung weiter verstärken. Gefährlich sind auch sogenannte Ana-Coaches, die angeblich beim Abnehmen helfen wollen, Betroffene aber manipulieren, kontrollieren oder ausnutzen können.
Soziale Medien können aber auch helfen, indem sie Körpervielfalt zeigen, unrealistische Schönheitsideale kritisieren und Betroffene ermutigen, sich Hilfe zu suchen. Viele Menschen sprechen heute online offen über Essstörungen, Therapie und Genesung. Solche Inhalte können entlasten und zeigen, dass niemand mit der Erkrankung allein ist.
Essstörungen sind komplexe Erkrankungen mit vielen Ursachen. Soziale Medien können ein Einflussfaktor sein, aber nie die einzige Erklärung. Wer selbst betroffen ist oder sich Sorgen um jemanden macht, sollte professionelle Unterstützung suchen. Über die Erkrankung zu sprechen, kann ein erster wichtiger Schritt sein.
Quellen
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit. (2022). Fördern soziale Medien Essstörungen? [Themenblatt, Stand Oktober 2022]. https://essstoerungen.bioeg.de/fileadmin/user_upload/essstoerungen/bilder/7_material_publikationen/Themenblatt_Essstoerungen_Soziale_Medien_Stand_10.22.pdf essstoerungen.bioeg.de
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit. (o. D.-a). Essstörungen. https://essstoerungen.bioeg.de/ essstoerungen.bioeg.de
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit. (o. D.-b). Wie häufig sind Essstörungen? https://essstoerungen.bioeg.de/was-sind-essstoerungen/wie-haeufig-sind-essstoerungen/ essstoerungen.bioeg.de
Dang, T. B., Hughes, E. K., Dang, A. B., Lai, H. Y., Lee, J., Liu, S., Portingale, J., Fuller-Tyszkiewicz, M., & Krug, I. (2024). Taking a deeper dive into OSFED subtypes: A meta-analysis and systematic review. International Journal of Eating Disorders, 57(10), 2006–2040. https://doi.org/10.1002/eat.24280 Wiley Online Library
Deutsche Gesellschaft für Essstörungen. (o. D.). Selbsttest Essstörungen. https://www.dgess.de/praxis/selbsttest-essstoerungen Selbsttest Essstörungen
Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie. (Hrsg.). (2018). S3-Leitlinie Diagnostik und Behandlung der Essstörungen (AWMF-Registernummer 051-026). https://register.awmf.org/assets/guidelines/051-026l_S3_Essstoerung-Diagnostik-Therapie_2020-03-abgelaufen.pdf register.awmf.org
Giel, K. E., Bulik, C. M., Fernandez-Aranda, F., Hay, P., Keski-Rahkonen, A., Schag, K., Schmidt, U., & Zipfel, S. (2022). Binge eating disorder. Nature Reviews Disease Primers, 8, Artikel 16. https://doi.org/10.1038/s41572-022-00344-y University of Helsinki Research Portal
Hay, P., Appolinario, J. C., Giel, K. E., Keshen, A., Mitchison, D., Schmidt, U., Steward, T., & Stice, E. (2026). Bulimia nervosa. Nature Reviews Disease Primers, 12, Artikel 49. https://doi.org/10.1038/s41572-026-00726-6 King's College London
Monteleone, A. M., Pellegrino, F., Croatto, G., Carfagno, M., Hilbert, A., Treasure, J., Wade, T., Bulik, C. M., Zipfel, S., Hay, P., Schmidt, U., Castellini, G., Favaro, A., Fernandez-Aranda, F., Shin, J. I., Voderholzer, U., Ricca, V., Moretti, D., Busatta, D., … Solmi, M. (2022). Treatment of eating disorders: A systematic meta-review of meta-analyses and network meta-analyses. Neuroscience & Biobehavioral Reviews, 142, Artikel 104857. https://doi.org/10.1016/j.neubiorev.2022.104857 King's College London
National Institute for Health and Care Excellence. (2020). Eating disorders: Recognition and treatment (NICE guideline NG69). https://www.nice.org.uk/guidance/ng69 nice.org.uk
Phillipou, A., Schmidt, U., Neill, E., Miles, S., McGorry, P., & Eddy, K. T. (2025). Anorexia nervosa—Facts, frustrations, and the future. JAMA Psychiatry, 82(8), 844–847. https://doi.org/10.1001/jamapsychiatry.2025.0812 PubMed
Schmidt, U. H., Claudino, A., Fernández-Aranda, F., Giel, K. E., Griffiths, J., Hay, P. J., Kim, Y.-R., Marshall, J., Micali, N., Monteleone, A. M., Nakazato, M., Steinglass, J., Wade, T. D., Wonderlich, S., Zipfel, S., Allen, K. L., & Sharpe, H. (2025). The current clinical approach to feeding and eating disorders aimed to increase personalization of management. World Psychiatry, 24(1), 4–31. https://doi.org/10.1002/wps.21263 Wiley Online Library
Solmi, M., Monaco, F., Højlund, M., Monteleone, A. M., Trott, M., Firth, J., Carfagno, M., Eaton, M., De Toffol, M., Vergine, M., Meneguzzo, P., Collantoni, E., Gallicchio, D., Stubbs, B., Girardi, A., Busetto, P., Favaro, A., Carvalho, A. F., Steinhausen, H.-C., & Correll, C. U. (2024). Outcomes in people with eating disorders: A transdiagnostic and disorder-specific systematic review, meta-analysis and multivariable meta-regression analysis. World Psychiatry, 23(1), 124–138. https://doi.org/10.1002/wps.21182 King's College London
Zipfel, S., Giel, K. E., Bulik, C. M., Hay, P., & Schmidt, U. (2015). Anorexia nervosa: Aetiology, assessment, and treatment. The Lancet Psychiatry, 2(12), 1099–1111. https://doi.org/10.1016/S2215-0366(15)00356-9
Letzte Aktualisierung der Inhalte: Oktober 2026