Glossar
A
Abhängigkeitssyndrom
Das Abhängigkeitssyndrom bezeichnet nach ICD-10 eine Gruppe körperlicher, psychischer und verhaltensbezogener Merkmale, bei denen der Konsum einer psychoaktiven Substanz zunehmend an Bedeutung gewinnt. Für die Diagnose müssen mindestens drei von sechs Abhängigkeitskriterien innerhalb eines Zeitraums von einem Jahr erfüllt sein. Dazu zählen unter anderem starkes Verlangen nach der Substanz, eingeschränkte Kontrolle über den Konsum, Entzugssymptome, Toleranzentwicklung, die Vernachlässigung anderer Interessen und die Fortsetzung des Konsums trotz schädlicher Folgen.
Absetzsymptome
Beschwerden, die nach einem zu schnellen Absetzen eines Antidepressivums auftreten können. Sie unterscheiden sich von einer Abhängigkeit.
Abstinenz
Der vollständige Verzicht auf den Konsum einer bestimmten psychoaktiven Substanz.
Acamprosat
Acamprosat ist ein Medikament zur Unterstützung der Abstinenz bei einer Alkoholgebrauchsstörung. Es kann nach dem Entzug eingesetzt werden, um das Verlangen nach Alkohol zu verringern und das Risiko eines Rückfalls zu senken. Acamprosat wirkt auf Botenstoffsysteme im Gehirn, die durch längerfristigen Alkoholkonsum verändert werden können.
Alkoholabhängigkeit
Alkoholabhängigkeit ist eine psychische und körperliche Erkrankung, die durch ein starkes Verlangen nach Alkohol, verminderten Kontrollfähigkeit über den Konsum, Toleranzentwicklung, Entzugssymptome und eine zunehmende Ausrichtung des Alltags auf den Alkoholkonsum gekennzeichnet sein kann.
Ambulant
Ambulant bezeichnet eine Form der medizinischen oder psychotherapeutischen Behandlung, bei der Patientinnen und Patienten für die Behandlung eine Praxis oder Klinik aufsuchen und anschließend wieder nach Hause gehen. Ein Aufenthalt über Nacht im Krankenhaus ist dabei nicht erforderlich.
Ambulante Therapie
Bei einer ambulanten Behandlung, wohnen die Betroffenen zu Hause und gehen für die Termine in eine Praxis, Klinik oder ein Therapiezentrum
Analytische Psychotherapie
Ein psychotherapeutisches Verfahren, das auf der Psychoanalyse basiert und sich mit unbewussten psychischen Konflikten und deren Auswirkungen auf das aktuelle Erleben und Verhalten beschäftigt. Ziel ist es, tieferliegende Ursachen psychischer Beschwerden zu verstehen und langfristig zu bearbeiten.
Anhedonie
Verminderte Fähigkeit, Freude oder Interesse an Aktivitäten zu empfinden, die früher als angenehm erlebt wurden.
Antrieb
Die Fähigkeit, Aktivitäten zu beginnen und durchzuführen.
Atemdepression
Eine gefährliche Verlangsamung oder Abschwächung der Atmung. Betroffene atmen zu langsam oder zu flach, sodass der Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird und sich Kohlendioxid im Blut ansammeln kann. Eine Atemdepression kann insbesondere durch Opioide oder die Kombination mehrerer dämpfender Substanzen entstehen und lebensbedrohlich sein.
Augmentationsstrategien
Behandlungsstrategien, bei denen eine bestehende Therapie durch ein zusätzliches Medikament oder eine weitere therapeutische Maßnahme ergänzt wird, um die Wirksamkeit der Behandlung zu verbessern, insbesondere wenn die bisherige Behandlung nicht ausreichend wirkt.
B
BAuA
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, kurz BAuA, ist eine Forschungseinrichtung des Bundes und Partnerinstitution des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit. Sie untersucht, wie Arbeit sicher und gesund gestaltet werden kann. Ihre Studien und Berichte zu psychischer Gesundheit in der Arbeitswelt zeigen, welche Arbeitsbedingungen mit psychischen Beschwerden zusammenhängen können und welche Faktoren Beschäftigte schützen. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die Arbeitsbedingungen. Wer viel leisten muss, aber mitentscheiden kann, Unterstützung erhält und ausreichend Zeit und Mittel für seine Aufgaben hat, kann mit hohen Anforderungen oft besser umgehen. Wenn Arbeitsbedingungen dauerhaft belasten, sollten Beschäftigte das nicht allein lösen müssen. Je nach Betrieb können zum Beispiel Führungskräfte, der betriebsärztliche Dienst, der Betriebs- oder Personalrat oder eine betriebliche Sozialberatung erste Anlaufstellen sein. Gemeinsam kann geprüft werden, ob sich etwa Aufgaben, Arbeitsmenge, Arbeitszeiten oder Abläufe verändern lassen.
Benzodiazepine
Medikamente, die beruhigend und angstlösend wirken und auch bei Schlafproblemen eingesetzt werden. Achtung: Bei längerer oder regelmäßiger Einnahme können sie abhängig machen.
Bewusstseinsstörungen
Veränderungen des normalen Wachheits- und Bewusstseinszustands. Betroffene können zum Beispiel ungewöhnlich schläfrig, schwer ansprechbar oder verwirrt sein. Bewusstseinsstörungen können unter anderem durch Substanzkonsum oder Entzug, Erkrankungen oder Verletzungen des Gehirns sowie andere körperliche Ursachen ausgelöst werden.
Bildgebende Verfahren
Medizinische Untersuchungsmethoden, mit denen Strukturen oder Vorgänge im Körper sichtbar gemacht werden können. In der Forschung zu Substanzgebrauchsstörungen werden sie beispielsweise eingesetzt, um Aufbau und Funktion des Gehirns zu untersuchen und Veränderungen im Zusammenhang mit Substanzkonsum zu erfassen. Dazu gehören unter anderem die Magnetresonanztomografie (MRT) und die Positronen-Emissions-Tomografie (PET).
Biopsychosoziales Modell
Erklärungsmodell, nach dem biologische, psychologische und soziale Faktoren gemeinsam zur Entstehung und zum Verlauf einer Erkrankung beitragen.
Bipolare Störungen
Die Stimmung verändert sich in ausgeprägten Phasen. In einer depressiven Phase fühlen sich Betroffene oft niedergeschlagen und antriebslos. In einer manischen oder weniger stark ausgeprägten hypomanischen Phase können sie ungewöhnlich viel Energie haben, wenig schlafen und sich überschätzen. Dazwischen können längere Zeiten ohne solche Beschwerden liegen.
Bulimie-spezifische Familientherapie
Eine bulimie-spezifische Familientherapie bezieht Eltern oder andere Bezugspersonen ein, um Essanfälle, Erbrechen, Scham und Rückfallrisiken im Alltag gemeinsam besser zu bewältigen.
Buprenorphin
Ein Arzneimittel zur Behandlung einer Opioidgebrauchsstörung. Es wirkt an Opioidrezeptoren und kann dadurch Entzugssymptome und das Verlangen nach anderen Opioiden verringern. Buprenorphin hat dabei eine besondere Wirkweise, die das Risiko einer schweren Atemdepression im Vergleich zu voll wirksamen Opioiden begrenzen kann. Es wird meist im Rahmen einer ärztlich begleiteten Substitutionsbehandlung eingesetzt.
Bupropion
Bupropion ist ein verschreibungspflichtiges Medikament, das zur Unterstützung der Tabakentwöhnung eingesetzt werden kann. Es beeinflusst bestimmte Botenstoffe im Gehirn und kann dadurch das Verlangen nach Nikotin und Entzugssymptome verringern. Es enthält selbst kein Nikotin und ist daher kein Nikotinersatzpräparat.
C
Cannabinoide
Cannabinoide ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe chemischer Stoffe, die an bestimmte Bindestellen (Rezeptoren) im Körper wirken. Dazu gehören körpereigene Cannabinoide, pflanzliche Cannabinoide wie THC und CBD sowie künstlich hergestellte Cannabinoide. Cannabinoide können unter anderem die Stimmung, Wahrnehmung, Erinnerung und Bewegungskoordination beeinflussen.
Chronische Depression
Form der Depression, bei der sich die depressive Stimmung und andere Beschwerden nicht nur vorübergehend zeigen, sondern über viele Monate oder Jahre anhalten und das tägliche Leben langfristig erschweren.
Craving
Ein starkes, oft schwer kontrollierbares Verlangen nach einer Substanz, das zum Beispiel durch Stress, bestimmte Orte, Situationen, Gefühle oder Erinnerungen an frühere Konsumerfahrungen ausgelöst werden kann.
D
DBT
Die Dialektisch-Behaviorale Therapie hilft Menschen mit Borderline, ihre starken Gefühlsausbrüche besser zu verstehen und zu bewältigen, indem sie konkrete Techniken erlernen – zum Beispiel, wie sie in Krisensituationen ruhiger bleiben oder Beziehungen stabiler gestalten können.
Depressive Episode
Zeitraum, in dem typische Symptome einer Depression über mindestens zwei Wochen bestehen.
Dialektisch-behaviorale Therapie
Bei einer DBT werden vier Fertigkeitsbereiche gezielt trainiert: Achtsamkeit, Stresstoleranz, Emotionsregulation und zwischenmenschliche Effektivität, also gelungene Gestaltung von Beziehungen
Dissoziation
Dissoziation bezeichnet die vorübergehende oder dauerhafte Abtrennung von normalerweise integrierten Funktionen wie Bewusstsein, Gedächtnis, Wahrnehmung, Identität oder Körperempfindungen.
Dissoziative Störungen
Erleben, Erinnern oder die Wahrnehmung der eigenen Person können zeitweise verändert sein. Betroffene empfinden sich selbst oder ihre Umgebung als unwirklich, Erinnerungslücken können auftreten Der Begriff umfasst verschiedene Störungen.
Dopamin
Dopamin ist ein Neurotransmitter, der eine wichtige Rolle bei Motivation, Belohnung, Lernen, Bewegung und der Steuerung von Gefühlen spielt. Es trägt dazu bei, dass wir bestimmte Verhaltensweisen als lohnend empfinden und wiederholen.
Double Depression
Eine Form der Depression, bei der eine Person über längere Zeit leicht bis mittelstark depressiv ist und zusätzlich Phasen mit einer deutlich stärkeren Depression erlebt. Die stärkeren depressiven Phasen kommen also zu einer bereits bestehenden, länger anhaltenden depressiven Stimmung hinzu.
DSM-IV
Diagnostische Kriterien aus dem „Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders“ (DSM-IV), anhand derer psychische Erkrankungen und Störungen des Substanzgebrauchs nach festgelegten Merkmalen eingeordnet wurden. Das DSM-IV ist ein älteres Klassifikationssystem; heute werden unter anderem DSM-5 und ICD-10 bzw. ICD-11 verwendet.
Dysthymie
Dysthymie bedeutet, dass eine Person über lange Zeit hinweg (meist mindestens zwei Jahre) immer wieder oder dauerhaft depressive Gefühle wie Niedergeschlagenheit, geringe Energie, Hoffnungslosigkeit oder vermindertes Interesse erlebt, ohne dass die Symptome vollständig verschwinden.
Δ9-Tetrahydrocannabinol (THC)
THC ist der wichtigste psychoaktive Wirkstoff der Cannabispflanze. Er wirkt vor allem über Cannabinoidrezeptoren im Gehirn und kann unter anderem die Wahrnehmung, Stimmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Bewegungskoordination verändern. THC kann außerdem zu Toleranz, Abhängigkeit und bei manchen Menschen zu einer Substanzgebrauchsstörung beitragen.
Auch: THC
E
Elektrokonvulsionstherapie (EKT)
Ein medizinisches Behandlungsverfahren, bei dem unter kurzer Vollnarkose durch kontrollierte elektrische Impulse ein therapeutischer Krampfanfall ausgelöst wird. Die EKT wird insbesondere bei schweren oder therapieresistenten Depressionen eingesetzt und kann auch bei anderen schweren psychischen Erkrankungen angewendet werden.
Elterntraining
Elterntrainings vermitteln Strategien, wie Erwachsene Kinder mit ADHS besser unterstützen können – etwa durch klare Regeln, kurze Anweisungen, positives Verstärken, gute Tagesstruktur und gelasseneren Umgang mit Konflikten.
Emotionale Instabilität
Starke, schnelle und oft unkontrollierbare Schwankungen der Gefühle
Empathie
Fähigkeit und Bereitschaft, die Gefühle, Gedanken, Absichten und Perspektiven anderer Menschen wahrzunehmen, zu verstehen und darauf zu reagieren.
Entzugsdelir
Ein Entzugsdelir ist eine akute, potenziell lebensbedrohliche Verwirrtheits- und Bewusstseinsstörung, die beispielsweise auftreten kann, wenn eine alkoholabhängige Person plötzlich keinen Alkohol mehr trinkt und dabei starkes Zittern, Unruhe, Orientierungslosigkeit oder Halluzinationen entwickelt.
Entzugssymptome
Körperliche und psychische Beschwerden, die auftreten können, wenn der Konsum einer Substanz nach regelmäßigem oder längerem Gebrauch beendet oder deutlich verringert wird. Dazu können je nach Substanz beispielsweise Unruhe, Angst, Schlafstörungen, Übelkeit, Zittern oder Schwitzen gehören. Wie stark die Beschwerden ausfallen, ist von der Substanz, der Dauer und Menge des Konsums sowie von der jeweiligen Person abhängig.
Epidemiologische Studien
Forschungsstudien, die untersuchen, wie häufig Erkrankungen oder bestimmte Merkmale in einer Bevölkerung vorkommen und welche Faktoren damit zusammenhängen. Bei Substanzgebrauchsstörungen können sie beispielsweise untersuchen, wie sich Konsummuster, Risikofaktoren oder Erkrankungshäufigkeiten zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen unterscheiden.
Epidemiologische Untersuchungen
Untersuchungen, die erfassen, wie häufig bestimmte Erkrankungen oder gesundheitliche Merkmale in der Bevölkerung vorkommen und bei welchen Gruppen sie besonders häufig auftreten.
Extrazelluläre Vesikel
Extrazelluläre Vesikel (EV) sind sehr kleine, von Zellen freigesetzte Bläschen, die Proteine, Fette und genetisches Material enthalten. Sie dienen der Kommunikation zwischen Zellen, indem sie diese Moleküle an andere Zellen weitergeben und so verschiedene biologische Prozesse beeinflussen.
F
Fokale psychodynamische Therapie
Eine psychodynamische Therapie hilft dabei zu verstehen, warum bestimmte Probleme entstanden sind und warum sie immer wieder auftreten. Dabei geht es nicht nur um das sichtbare Verhalten, sondern auch um Gefühle, innere Konflikte und Erfahrungen, die einen Menschen geprägt haben.
G
Genetische Studien
Forschungsstudien, die untersuchen, wie genetische Merkmale mit der Entstehung, dem Verlauf oder dem Risiko für eine Erkrankung zusammenhängen. Bei Substanzgebrauchsstörungen wird dabei unter anderem untersucht, welche genetischen Faktoren die individuelle Anfälligkeit beeinflussen können.
Grübelschleifen
Sich wiederholt und schwer kontrollierbar mit belastenden Gedanken beschäftigen.
H
Halluzinationen
Halluzinationen sind Wahrnehmungen, die für die betroffene Person wirklich erscheinen, obwohl es dafür keinen entsprechenden Reiz von außen gibt. Sie können beispielsweise das Hören von Stimmen oder Geräuschen, das Sehen von Dingen oder das Spüren von Berührungen umfassen. Halluzinationen können unter anderem bei bestimmten psychischen oder körperlichen Erkrankungen, durch Substanzkonsum oder während eines Entzugs auftreten.
Halluzinogene Substanzen
Hallozinogene Substanzen verändern die Wahrnehmung, das Denken und das Erleben und können Halluzinationen auslösen. Dazu gehören unter anderem LSD, Psilocybin (Magic Mushrooms), DMT und Meskalin.
I
ICD (Internationale Klassifikation der Krankheiten)
Eine international verwendete Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (WHO), mit der Krankheiten, Störungen und andere gesundheitliche Beschwerden einheitlich beschrieben und codiert werden. Die ICD dient unter anderem der Diagnosestellung, Dokumentation, Gesundheitsversorgung und Forschung. Substanzgebrauchsstörungen werden darin bestimmten diagnostischen Kategorien und Codes zugeordnet.
Individuelle kognitive Verhaltenstherapie
Eine individuelle kognitive Verhaltenstherapie hilft Betroffenen in Einzelgesprächen, belastende Gedanken, Gefühle und Verhaltensmuster zu erkennen und Schritt für Schritt so zu verändern, dass Essanfälle, Gegenmaßnahmen und der Druck rund um Essen, Gewicht und Figur abnehmen
Interpersonelle Psychotherapie
Eine interpersonelle Psychotherapie setzt bei aktuellen zwischenmenschlichen Belastungen, Konflikten und Beziehungsmustern an, die Essanfälle oder Essstörungssymptome auslösen oder aufrechterhalten können.
Interpersonelle Therapie
Im Fokus steht nicht das Essverhalten direkt, sondern soziale Beziehungsprobleme, die mit der Essstörung eng verbunden sind
Interventionsstudie
Eine Interventionsstudie untersucht, ob eine gezielte Maßnahme (Intervention) eine bestimmte Wirkung hat. Beispiel: Eine Gruppe bekommt eine Therapie, eine andere Gruppe nicht. Anschließend wird verglichen, ob sich die Gesundheit der Gruppen unterscheidet.
Auch: Interventionsstudien
Intoxikation
Ein körperlicher Zustand, bei dem die Wirkung einer Substanz deutlich ausgeprägt ist und dadurch körperliche oder psychische Veränderungen wie Benommenheit, Verwirrtheit, Unruhe oder eine eingeschränkte Wahrnehmung auftreten können.
K
Klinische Studien
Forschungsstudien, in denen neue oder bereits bestehende Behandlungen, Medikamente oder andere medizinische Maßnahmen bei Menschen untersucht werden. Sie sollen zeigen, wie wirksam und sicher eine Behandlung ist und für welche Menschen sie geeignet sein kann.
Klinisches Interview
Strukturiertes Gespräch, mit dem Fachpersonen Beschwerden, Krankheitsverlauf und mögliche Ursachen erfassen.
Kognitive Verhaltenstherapie
Psychotherapeutisches Verfahren, das Zusammenhänge zwischen Gedanken, Gefühlen und Verhalten nutzt, um belastende Denk- und Verhaltensmuster zu erkennen und Schritt für Schritt zu verändern.
Komorbidität
Das gleichzeitige Bestehen mehrerer Erkrankungen bei einer Person, zum Beispiel einer Substanzgebrauchsstörung und weiteren psychischen oder körperlichen Erkrankungen.
Kontrollverlust
Wenn es Betroffenen zunehmend schwerfällt, den Konsum zu beenden oder die Menge einer Substanz zu begrenzen, zum Beispiel länger oder mehr zu konsumieren als eigentlich beabsichtigt.
L
Längsschnittstudien
Forschungsstudien, bei denen dieselben Personen über einen längeren Zeitraum wiederholt untersucht oder befragt werden. So können Forschende beobachten, wie sich beispielsweise Konsumverhalten, Beschwerden oder andere Einflussfaktoren im Laufe der Zeit verändern und welche Faktoren mit diesen Veränderungen zusammenhängen.
Levomethadon
Ein Arzneimittel zur Behandlung einer Opioidgebrauchsstörung. Es wirkt an bestimmten Opioidrezeptoren und kann dadurch Entzugssymptome und das Verlangen nach anderen Opioiden verringern. Levomethadon wird in der Regel im Rahmen einer ärztlich begleiteten Substitutionsbehandlung eingesetzt.
Lithium
Ein Wirkstoff, der vor allem zur Behandlung bipolarer Störungen eingesetzt wird. Im Rahmen von Augmentationsstrategien kann Lithium zusätzlich zu einem Antidepressivum eingesetzt werden, um die Wirkung der antidepressiven Behandlung zu verstärken, insbesondere bei unzureichendem Ansprechen auf das Antidepressivum.
M
MBT
Die Mentalisierungsbasierte Therapie hilft Menschen mit Borderline dabei, besser zu verstehen, warum sie selbst und andere in bestimmten Situationen so fühlen und handeln wie sie es tun.
Methadon
Ein Arzneimittel, das unter anderem zur Behandlung einer Opioidgebrauchsstörung eingesetzt wird. Es wirkt ähnlich wie andere Opioide, verhindert dabei aber bei geeigneter Dosierung Entzugssymptome und kann das Verlangen nach anderen Opioiden verringern. Methadon wird meist im Rahmen einer ärztlich begleiteten Behandlung eingesetzt.
Mischkonsum
Der gleichzeitige oder zeitnahe Konsum von zwei oder mehreren psychoaktiven Substanzen, zum Beispiel Alkohol und Cannabis oder Alkohol und Beruhigungsmitteln, wodurch sich Wirkungen und gesundheitliche Risiken verstärken können.
N
Nalmefen
Nalmefen kann bei bestimmten Menschen eingesetzt werden, wenn eine Reduktion des Alkoholkonsums das Behandlungsziel ist. Die Entscheidung hängt von der individuellen Situation und dem Behandlungsziel ab.
Naloxon
Ein Medikament, das die Wirkung von Opioiden im Körper schnell blockieren kann. Es wird vor allem bei einer Opioidüberdosierung eingesetzt, um eine gefährliche Atemdepression zu behandeln. Naloxon kann lebensrettend sein und wird beispielsweise als Nasenspray oder Injektion angewendet.
Naltrexon
Naltrexon kann das Verlangen nach Alkohol und insbesondere das Risiko starken Trinkens reduzieren. Auch Naltrexon sollte Bestandteil eines umfassenden Behandlungskonzepts sein.
Neue psychoaktive Stoffe (NPS)
Neue psychoaktive Stoffe (NPS) sind in der Regel synthetisch hergestellte Substanzen, die die Wirkung von bekannten Drogen nachahmen oder verändern und meist als neue oder veränderte Wirkstoffe auf dem Markt erscheinen.
Auch: NPS