Partizipation
Beteiligungsmöglichkeiten am DZPG
Menschen, die selbst mit einer psychischen Erkrankung oder Belastung leben, und ihre Angehörigen bringen Erfahrungen und Perspektiven ein, die für Forschung und Gesundheitsversorgung unverzichtbar sind. Deshalb beteiligen sich Betroffene und Angehörige aktiv am Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) in verschiedenen Bereichen. Dazu gehören Entscheidungsprozesse ebenso wie die Planung und Durchführung von Forschungsprojekten.
Partizipation bedeutet dabei mehr als gehört zu werden. Betroffene und Angehörige gestalten Forschung und ihre Rahmenbedingungen aktiv und entscheiden partnerschaftlich mit. So schafft das DZPG gute Bedingungen für Beteiligung und stärkt Partizipation und partizipative Forschung langfristig.
Beteiligung in Gremien
Mitreden und mitentscheiden: Betroffene und Angehörige sind aktiv an den Entscheidungsprozessen des DZPG beteiligt. Ihr Engagement erfolgt sowohl lokal wie auch standortübergreifend in verschiedenen forschungspolitischen Gremien.
Beteiligung in der Forschung
Forschung gemeinsam gestalten: Partizipative Forschung am DZPG zielt darauf ab, Betroffene und Angehörige an der Planung, Durchführung und Auswertung von Forschungsprojekten aktiv und partnerschaftlich zu beteiligen.
Partizipation in Gremien
Beteiligungsmöglichkeiten
Die Beteiligung findet in verschiedenen Gremien statt. Dort kommen unterschiedliche Perspektiven zusammen, um Themen zu besprechen, Erfahrungen einzubringen und die Arbeit des DZPG mitzugestalten. An den einzelnen DZPG-Standorten gibt es den Trialogischen Standortrat. Hier beraten Betroffene, Angehörige und Forschende gemeinsam die Themen des jeweiligen Standorts und entwickeln diese weiter. Standortübergreifend gibt es den Trialogischen Zentrumsrat. Dort werden Perspektiven und Anliegen aus den verschiedenen Standorten zusammengeführt und auf Ebene des gesamten DZPG eingebracht.
Auch die Perspektiven von Kindern und Jugendlichen sind im DZPG verankert. Im Kinder und Jugendrat können junge Menschen ihre Erfahrungen und Sichtweisen zum Thema psychische Gesundheit einbringen.
Partizipation am DZPG
Neben den Gremien gibt es im DZPG eine eigene Unterstützungsstruktur für Beteiligung: Die Infrastruktur für Patient and Public Involvement ( PPI) Die PPI-Infrastruktur fördert die Beteiligung von Betroffenen und Angehörigen an Forschung und Entscheidungsprozessen. Dafür bietet sie Beratung, hilfreiche Materialien und Möglichkeiten zur Vernetzung. Sie trägt so dazu bei, gute Bedingungen für Partizipation am DZPG zu schaffen.
Gremien
Trialogische Standorträte
An jedem DZPG-Standort gibt es einen lokalen Standortrat, der sich regelmäßig virtuell oder in Präsenz trifft. Hier tauschen sich Betroffene, Angehörige und Forschende des Standorts aus, bereiten Themen vor und organisieren Treffen, Projekte und weitere Beteiligungsmöglichkeiten.
Wenn Sie Interesse an der Mitarbeit in einem lokalen Standortrat haben, melden Sie sich gerne bei den zuständigen Referentinnen für Patient and Public Involvement (PPI).
Standort Berlin-Potsdam
Dr. Silke Lipinski – silke.lipinski@hu-berlin.de
Irina Baskow – irina.baskow@charite.de
Standort Bochum-Marburg
Dr. Christina Bartnick – christina.bartnick@rub.de
Standort Halle-Jena-Magdeburg
Dr. Anja Buder – anja.buder@med.uni-jena.de
Dr. Anne Strehlow – anne.strehlow@med.ovgu.de
Standort Mannheim-Heidelberg-Ulm
Ronald Fischer – ronald.fischer@zi-mannheim.de
Dr. Barbara Bollig – barbara.bollig@zi-mannheim.de
Standort München-Augsburg
Armin Kauf – armin.kauf@med.uni-muenchen.de
Standort Tübingen
Dr. Ulrike Sünkel – ulrike.suenkel@med.uni-tuebingen.de
Hauptgeschäftsstelle
Dr. Maria Hildegard Haun – maria.haun@dzpg.org
Trialogischer Zentrumsrat
Der Trialogische Zentrumsrat setzt sich pro Standort aus bis zu zwei Vertreterinnen und Vertretern für Betroffene, Angehörige und Forschende zusammen und umfasst insgesamt maximal 36 Personen. Der Zentrumsrat war von Anfang an in die Konzeptentwicklung des DZPG eingebunden und beteiligt sich an sämtlichen Infrastrukturen, Forschungsprojekten und Arbeitsgruppen.
Der Rat hat das Ziel, den Weg zu psychischer Gesundheit patientenorientiert und patientensensibel zu gestalten, die Stigmatisierung psychischer Erkrankungen zu überwinden und die Beteiligung von Betroffenen und Angehörigen voranzutreiben. Der Zugang und die Versorgung im Bereich psychischer Gesundheit sollen gezielt erleichtert und verbessert werden. Knüpfen neue Erkenntnisse in Früherkennung und Behandlung an die Lebenswelt von Betroffenen und Angehörigen an, kann sich deren Leben deutlich verbessern.
Kontakt
Dr. Maria Hildegard Haun
maria.haun@dzpg.org
Kinder- und Jugendrat
Kinder haben, wie Erwachsene, das Recht auf Meinungs- und Informationsfreiheit und auf bestmögliche Gesundheit. Kinder sind zuverlässige Informanten, wenn es um ihr Befinden geht, und werden als Experten für psychische Gesundheit viel zu oft unterschätzt. Im DZPG wird die Perspektive von Kindern und Jugendlichen auf das Thema psychische Gesundheit von Anfang an systematisch und strukturell einbezogen. In einem Kinder- und Jugendrat sind Kinder und Jugendliche an allen Phasen der Forschung zum Thema psychische Gesundheit beteiligt. Sie werden als Expertinnen und Experten für ihre Altersgruppe von Beginn an in Themenfindung, Forschungsprojekte und Infrastrukturen einbezogen, sodass sie eine Stimme haben, ihre Meinung äußern und ihre Sichtweise einbringen können. Gemeinsam soll erreicht werden, dass in den relevanten Lebenswelten wie Kita, Kindergarten oder Schule mehr Wissen über psychische Gesundheit und psychische Störungen vermittelt wird (Mental Health Literacy). Gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen werden partizipativ Präventions- und Interventionsangebote zur Förderung der mentalen Gesundheit entwickelt.
Kontakt
Kinder- und Jugendrat des DZPG
dzpg@uni-marburg.de
Mitmachen im Kinder- und Jugendrat!
Center for Patient and Public Involvement (PPI)
Die DZPG-Infrastruktur Patient and Public Involvement (PPI) unterstützt die aktive Mitarbeit von Expertinnen aus Erfahrung in den relevanten lokalen und zentralen Entscheidungsgremien sowie in Forschungsprojekten. An sechs Standorten koordinieren die PPI-Referenten die Arbeit der Trialogischen Standorträte, sind Ansprechpartnerinnen für partizipative Forschung und beraten Forschende rund um alle Fragen der Partizipation.
Die lokalen PPI-Referentinnen finden Sie hier
Kontakt
Sie haben Fragen? Bitte wenden Sie sich an
Dr. Silke Lipinski
silke.lipinski@hu-berlin.de
In der Forschung
Erfahrungsexpertinnen als Treiber der Innovation
Menschen, die selbst oder als Angehörige Erfahrungen mit psychischen Erkrankungen haben, bringen wertvolles Erfahrungswissen und eine einzigartige Perspektive mit. Sie können Herausforderungen und Sorgen von Menschen mit psychischen Erkrankungen besser verstehen. Sie sind Erfahrungsexperten. Die Einbindung von Betroffenen und Angehörigen in die Erforschung psychischer Gesundheit und Erkrankungen ermöglicht es, Forschungsprojekte an ihren Bedürfnissen auszurichten und die Versorgungsqualität zu verbessern. Erfahrungswissen trägt so dazu bei, die Erfolgschancen von Therapien zu erhöhen.
Forschung profitiert in besonderem Maße von der Beteiligung der Erfahrungsexpertinnen, wenn diese bereits von Beginn an in die Konzeptentwicklung und Planung von Studien einbezogen werden. Ein zentrales Ziel des DZPG ist es daher, einen hohen Standard der Partizipation über die gesamte Lebensspanne hinweg zu etablieren.
Partizipation am DZPG
Beteiligungsverteiler
Für Betroffene und Angehörige
Haben Sie Interesse, aktiv an der Forschung mitzuwirken?
Betroffene und Angehörige, die über Beteiligungsmöglichkeiten in aktuellen Forschungsprojekten informiert werden möchten, können sich in eine Mailingliste eintragen. Über die Mailingliste werden Anfragen von Forschenden versendet, die Erfahrungsexpertinnen zur Mitwirkung in ihren Forschungsprojekten suchen.
Weitere Angebote
Für Erfahrungsexperten am DZPG
Peer2Project
Standortübergreifend bietet das Format Peer2Project Erfahrungsexperten am DZPG die Möglichkeit, sich über ihre Mitarbeit in der Forschung auszutauschen. Ziel des Treffens ist es, Erfahrungen aus Forschungsprojekten zu teilen, offene Fragen zu besprechen und die Vernetzung untereinander zu stärken.
Meet-the-Expert und Meet-the-Topic
Bei Meet-the-Expert und Meet-the-Topic geben Profis für Erfahrungsexpertinnen am DZPG eine laienverständliche Einführung in ihre Forschung und tauschen sich mit Erfahrungsexpertinnen über den aktuellen Stand und interessante Fragen dazu aus. Das Format findet regelmäßig online statt.
Kontakt
Wenn Sie mehr über einzelne Angebote erfahren möchten, wenden Sie sich bitte an:
Dr. Maria Hildegard Haun
maria.haun@dzpg.org
Sie haben Fragen?
An jedem Standort gibt es eine Kontaktperson (PPI-Referentin) für interessierte Betroffene, Angehörige und Forschende. Sie möchten als Erfahrungsexperte in Forschungsprojekten mitarbeiten? Oder Sie forschen am DZPG und möchten sich zu Patient and Public Involvement beraten lassen? Dann wenden Sie sich gerne an die PPI-Referentin Ihres Standortes.
Standort Berlin-Potsdam
Dr. Silke Lipinski – silke.lipinski@hu-berlin.de
Irina Baskow – irina.baskow@charite.de
Standort Bochum-Marburg
Dr. Christina Bartnick – christina.bartnick@rub.de
Standort Halle-Jena-Magdeburg
Dr. Anja Buder – anja.buder@med.uni-jena.de
Dr. Anne Strehlow – anne.strehlow@med.ovgu.de
Standort Mannheim-Heidelberg-Ulm
Ronald Fischer – ronald.fischer@zi-mannheim.de
Dr. Barbara Bollig – barbara.bollig@zi-mannheim.de
Standort München-Augsburg
Armin Kauf – armin.kauf@med.uni-muenchen.de
Standort Tübingen
Dr. Ulrike Sünkel – ulrike.suenkel@med.uni-tuebingen.de
Hauptgeschäftsstelle
Dr. Maria Hildegard Haun – maria.haun@dzpg.org
Aktuelle Projekte
EMPOWER: Wie gelingt Selbsthilfe?
Selbsthilfegruppen sind ein zentraler Bestandteil gelingender Genesung und bieten niedrigschwellige Unterstützung. Allerdings fehlt es bislang an belastbarer Evidenz zu ihrer Wirksamkeit sowie zu Gelingens- und Hinderungsfaktoren – insbesondere für vulnerable Gruppen wie Menschen mit Migrationserfahrung oder schweren psychischen Erkrankungen. Dies erschwert ihre systematische Integration in die Regelversorgung.
Das nutzergeleitete Projekt EMPOWER zielt darauf ab, zentrale Evidenzlücken zu schließen. Im Fokus stehen die Wirksamkeit und Erfolgsfaktoren von Selbsthilfegruppen für Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen, Personen mit Migrationserfahrungen sowie Angehörige. Projektstart ist im Sommer 2026.
Kontakt
Wenn Sie mehr über das Projekt erfahren möchten und/oder Interesse haben als Erfahrungsexperte mitzuwirken, wenden Sie sich bitte an:
PD Dr. Hauke Wiegand
hauke.wiegand@uk-halle.de
0345 557 3651
KOMMIT-Kids: Kinder und Jugendliche gestalten Forschung!
KOMMIT-Kids ein Forschungsprojekt zur psychischen Gesundheit, das Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 17 Jahren aktiv in die Gestaltung von Forschungsfragen einbezieht. In dem Projekt wird der Forschungskompass-Kids entwickelt, der die wichtigsten Forschungsfragen aus Sicht von Kindern und Jugendlichen bündelt. Die Forschungsfragen dienen als Grundlage für zukünftige Forschung im Deutschen Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) sowie im Deutschen Zentrum für Kinder-und Jugendgesundheit (DZKJ) und darüber hinaus.
Angaben zu den Beteiligungsmöglichkeiten erfahren Sie in Kürze hier.
KOMMIT-Kids – mehr Infos!
KOMMIT: Forschungskompass mentale Gesundheit
Das am DZPG angesiedelte Projekt KOMMIT sammelt zum ersten Mal in Deutschland die Themen von Menschen mit psychischen Schwierigkeiten und ihnen nahestehenden Personen für die Forschungsagenda. Er soll Forschenden dabei helfen, ihre Themenauswahl stärker am Bedarf von Menschen mit psychischen Problemen auszurichten. Initiiert wurde das Projekt von Betroffenen und Angehörigen, die im „Trialogischen Zentrumsrat“ des DZPG organisiert sind.
Kontakt
Wenn Sie mehr über das Projekt erfahren möchten, wenden Sie sich bitte an:
Dr. Silke Lipinski
silke.lipinski@hu-berlin.de
BASTA
BASTA ("Bündnis für psychisch erkrankte Menschen") führt seit mehr als 20 Jahren erfolgreich ein Anti-Stigma-Projekt durch, das allein in München und Rosenheim etwa 70 Schulklassen pro Jahr erreicht. Konzipiert ist das Projekt für Schulklassen ab der 9. Jahrgangsstufe und für alle Schularten. Die teilnehmenden Klassen begegnen dabei zwei Mitgliedern der Organisation: einem, der von seinem Leben mit einer psychischen Erkrankung erzählt, begleitet von einem Behandelnden, der moderiert und fachlich ergänzt.
Die Intervention hat bisher gute Rückmeldungen von Lehrern, Schülern, Fachleuten und Betroffenen erhalten, die daran teilgenommen haben. Eine wissenschaftliche Bewertung wird es ermöglichen, festzustellen, ob ein solches Programm zur Verringerung der Stigmatisierung wirksam ist und zur Verbesserung des Wissens über psychische Erkrankungen beitragen kann. Dies wird eine zukünftige Entwicklung des Programms für andere Bevölkerungsgruppen ermöglichen.
Mehr über BASTA erfahren Sie hier.
Kontakt
Wenn Sie als Betroffener, Angehöriger oder in der Psychiatrie tätige Fachkraft an dem Projekt mitwirken möchten, wenden Sie sich bitte an:
TEPSY: Training für Eltern mit psychischen Belastungen
Am DZPG-Standort Berlin-Potsdam wurde eine App für psychisch belastete Eltern entwickelt, für die ihre Elternschaft aufgrund eigener psychischen Probleme eine besondere Herausforderung darstellt. Die Inhalte der App sollen Eltern dabei unterstützen, Herausforderungen in der Eltern-Kind-Interaktion besser zu meistern und ihre psychische Gesundheit zu stärken.
In dem Forschungsprojekt werden die Perspektiven von Betroffenen, Angehörigen, Fachkräften und Wissenschaftlerinnen zusammengebracht. Gemeinsam mit Erfahrungsexperten wurde bereits erarbeitet, welche Inhalte wichtig sind, wie Eltern angesprochen werden sollen und wie das Training heißen soll. Aktuell startet die Evaluation des digitalen Trainings. Als Erfahrungsexpertinnen können Sie in dieser Projektphase aktiv bei der Umsetzung der geplanten Studien mitmachen (u. a. bei der Entwicklung einer Rekrutierungsstrategie, bei Entscheidungen über den Ablauf der Erhebungen). In regelmäßigen Abständen finden dafür Online-Veranstaltungen statt.
Kontakt
Wenn Sie mehr über das Projekt erfahren möchten und/oder Interesse haben als Erfahrungsexperte mitzuwirken, wenden Sie sich bitte an:
Dr. Charlotte Rosenbach
c.rosenbach@fu-berlin.de
Dr. Caroline Seiferth (in Elternzeit)
c.seiferth@fu-berlin.de
Jana Zitzmann
j.zitzmann@fu-berlin.de
030 838 66 741