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Mehrere Personen machen am Arbeitsplatz gemeinsam körperliche Übungen zur Entspannung

Präventionskonferenz fordert mehr Einsatz für mentale Gesundheit

Psychische Erkrankungen gehören zu den großen Herausforderungen der Arbeitswelt. 2024 gab es in Deutschland rund 147,3 Millionen krankheitsbedingte Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen. Zudem entfielen 42 Prozent der Erwerbsminderungsrenten auf psychische Erkrankungen. Die Nationale Präventionskonferenz (NPK) fordert deshalb mehr Engagement für die mentale Gesundheit im Berufsleben. Ihre Empfehlungen unterstreichen die Bedeutung von Prävention, gesundheitsförderlichen Arbeitsbedingungen und einer besseren Zusammenarbeit zwischen Arbeitsmarkt-, Bildungs- und Gesundheitspolitik.

Prävention systematisch in Betrieben verankern

In einem am 22. Oktober 2026 veröffentlichten Positionspapier spricht sich die NPK dafür aus, Prävention und Gesundheitsförderung systematisch in Betriebe zu integrieren. Arbeitsschutz, betriebliche Gesundheitsförderung und betriebliches Eingliederungsmanagement sollen strukturell stärker miteinander verzahnt werden. 

Vor allem kleine und mittlere Unternehmensollen dabei unterstützt werden, mögliche Belastungen am Arbeitsplatz frühzeitig zu erkennen. Dabei könnten laut NPK einfachere digitale Verfahren sowie finanzielle Anreize und Steuervorteile helfen.

Führungskräfte und Bildungseinrichtungen einbeziehen

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Qualifizierung von Führungs-, Fach- und Personalverantwortlichen. Psychische Gesundheit soll stärker in deren Aus- und Weiterbildung verankert werden. Auch in Ausbildung und Studium soll das Thema mehr Raum erhalten, um frühzeitig für psychische Belastungen und Möglichkeiten der Prävention zu sensibilisieren. Für diese Ziele setzt sich auch die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) in einer aktuellen Kampagne ein.

Steigende Fehlzeiten verdeutlichen den Handlungsbedarf

Nach Angaben des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) sind die Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen zwischen 2016 und 2025 um 42 Prozent gestiegen. Im Jahr 2025 fielen betroffene Beschäftigte durchschnittlich 28,5 Tage je Fall aus. Damit dauerten die Fehlzeiten fast dreimal so lange wie bei allen anderen Erkrankungen, bei denen der Durchschnitt bei 10,4 Tagen lag. Die Entwicklung verdeutlicht, wie wichtig es ist, psychische Gesundheit nicht erst bei bestehenden Erkrankungen in den Blick zu nehmen, sondern Prävention und frühzeitige Unterstützung zu stärken.

Forschung als Grundlage für bessere Prävention und Versorgung

Die Forderungen der NPK unterstreichen die Bedeutung wissenschaftlicher Erkenntnisse, um psychische Belastungen frühzeitig zu erkennen, Präventionsmaßnahmen weiterzuentwickeln und die Versorgung zu verbessern. Genau hier setzt auch das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG). DZPG erforscht die Grundlagen psychischer Erkrankungen und entwickelt wissenschaftliche Ansätze weiter, um Prävention und Versorgung zu verbessern. Ziel ist es, Forschungsergebnisse in die Praxis zu übertragen und so langfristig die psychische Gesundheit zu stärken, auch in der Arbeitswelt.


Welche Auswirkungen haben psychische Erkrankungen auf die Arbeitsfähigkeit?

DZPG Monitoring: Psychische Gesundheit in Zahlen


Quelle: AOK, Gesundheit und Gesellschaft (G+G)

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